{"id":5957,"date":"2013-01-20T22:10:32","date_gmt":"2013-01-20T21:10:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/?p=5957"},"modified":"2013-01-20T22:10:32","modified_gmt":"2013-01-20T21:10:32","slug":"ria-gold-meerbaum-%e2%80%a2-1912-2013","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/?p=5957","title":{"rendered":"Ria Gold (Meerbaum) \u2022 1912 &#8211; 2013"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Frau-Gold.jpg\"><a href=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Frau-Gold.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5975\" alt=\"Frau Gold\" src=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Frau-Gold.jpg\" width=\"434\" height=\"479\" \/><\/a><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Hedy.-Bln10.11-148.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5958 aligncenter\" alt=\"Hedy.-Bln10.11 148\" src=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Hedy.-Bln10.11-148.jpg\" width=\"449\" height=\"368\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ria Gold, geborene Meerbaum aus Czernowitz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Bukowina war sie in den drei\u00dfiger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine sehr bekannte Sportlerin. Skilaufen, Schwimmen und andere Disziplinen waren ihre Leidenschaften. Vier Jahre lang war sie die beste Skil\u00e4uferin in der Bukowina. Man erw\u00e4hnte die Sportlerin in Zeitungsberichten und das Konterfei mit dem dunklen Schopf war fast jedem bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 20. Mai 1912 wurde Ria Meerbaum in Czernowitz geboren. Sport war ihre Leidenschaft, der Makkabi Sportclub ihr Zuhause. Der Vater besa\u00df eine Molkerei und belieferte s\u00e4mtliche Krankenh\u00e4user in Czernowitz und Umgebung mit seinen Produkten, die Mutter bekam sechs Kinder. T\u00e4glich standen vor der Molkerei K\u00f6rbe mit 200 frischen Br\u00f6tchen und Fa\u00dfbutter aus der Molkerei zum Mitnehmen umsonst f\u00fcr jeden Vorbeikommenden. Eine sehr soziale Einrichtung der Meerbaumschen Molkerei in der damaligen Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gutb\u00fcrgerlich wurde Ria erzogen, Not kannte sie keine. Erst als die Russen 1940 in die Bukowina kamen, Deportationen und Enteignungen stattfanden, wurde f\u00fcr die j\u00fcdische Familie und andere Ethnien das Leben schwer. 1941 erreichte die Deutsche Wehrmacht Czernowitz und die gesamte Familie Meerbaum kam ins Czernowitzer Ghetto und weiter wurden sie nach Ataki in Bessarabien ins Lager gebracht. Sp\u00e4ter kam Ria in das Lager Jedinitz. Ihr \u00e4ltester Bruder wurde von der Sowjetischen Armee eingezogen und irgendwo in Russland von einer deutschen Einheit erschossen und in ein Massengrab geworfen. Zeugen haben gesehen, dass sich das Grab \u00fcber den verscharrten Leichen w\u00f6lbte. Rias Leben hat seitdem mit Angst zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selma Meerbaum-Eisinger, die zw\u00f6lf Jahre j\u00fcngere Verwandte aus Czernowitz wurde ebenfalls mit ihrer Familie in ein Arbeitslager nach Transnistrien geschafft. Gedichte f\u00fcr ihren geliebten Freund Lejser Fichman schrieb das junge M\u00e4dchen in Czernowitz heimlich unter der Schulbank. Lejser Fichman \u00fcbergab die Gedichte einer Freundin, die sie im Rucksack nach Israel rettete. Lejser, der Freund Selmas, ertrank auf dem Weg nach Pal\u00e4stina und Selma Meerbaum-Eisinger starb 1942 mit achtzehn Jahren an Typhus im Arbeitslager.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch vor dem zweiten Weltkrieg studierte Ria Gold Sport bei einer bekannten Sportp\u00e4dagogin in Wien und irgendwann lernte sie in Czernowitz den Arzt, Dr. Edwin Gold, der in Wien studiert hatte, kennen. In den Mantel half er ihr, der gerade Kennengelernten und am n\u00e4chsten Tag bekam Ria einen wundersch\u00f6nen gro\u00dfen Blumenstrau\u00df. In Bukarest heirateten sie. Zusammen wohnten sie einige Jahre in der Rum\u00e4nischen Hauptstadt, wo 1945 die Tochter Gabriele geboren wurde. \u00dcber Umwege emigrierte das Ehepaar Gold mit der Tochter nach England. An der Universit\u00e4t Bristol arbeitete Professor Gold als Arzt und Wissenschaftler bis zur Pensionierung. Gemeinsam zogen die Golds im Jahr 1985 nach West-Berlin, um n\u00e4her bei der Tochter Gabriele zu sein, die bereits 1972 zu ihrem Czernowitzer Ehemann Eduard nach West-Berlin kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mai 2012 feierte Ria Gold ihren hundertsten Geburtstag. Vor einigen Tagen starb sie, die Czernowitzerin, und heute beerdigten wir sie bei winterlichen Temperaturen auf dem J\u00fcdischen Friedhof an der Heerstra\u00dfe in Berlin-Charlottenburg.<\/p>\n<p><strong>Christel Wollmann-Fiedler<\/strong><br \/>\n<strong> Berlin, 17. Januar 2013<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ria Gold, geborene Meerbaum aus Czernowitz In der Bukowina war sie in den drei\u00dfiger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine sehr bekannte Sportlerin. Skilaufen, Schwimmen und andere Disziplinen waren ihre Leidenschaften. 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