{"id":7413,"date":"2014-02-15T14:50:19","date_gmt":"2014-02-15T13:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/?p=7413"},"modified":"2014-02-15T14:50:19","modified_gmt":"2014-02-15T13:50:19","slug":"the-theodor-kramer-prize-2013-awarded-to-margit-bartfeld-feller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/?p=7413","title":{"rendered":"The Theodor Kramer Prize 2013 Awarded to Margit Bartfeld-Feller"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/margit_318kl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7414 aligncenter\" alt=\"margit_318kl\" src=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/margit_318kl-1024x680.jpg\" width=\"540\" height=\"358\" \/><\/a><\/p>\n<p>The <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theodor-Kramer-Preis\" target=\"_blank\">Theodor Kramer Prize<\/a><\/strong> of the <strong><a href=\"http:\/\/theodorkramer.at\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=1&amp;Itemid=33\" target=\"_blank\">Theodor Kramer Society<\/a><\/strong> is awarded to authors writing in a context of resistance or exile. The Holocaust memoirs of <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Margit_Bartfeld-Feller\" target=\"_blank\">Margit Bartfeld-Feller<\/a><\/strong>, born on March 31, 1923 in Czernowitz, deported in 1941 to Siberia and emigrated to Israel in 1990 became known to a broad public. Margit Bartfeld-Feller gets in line with other famous prize winners, some of them from Czernowitz, such as<\/p>\n<p>2001: Stella Rotenberg<br \/>\n2002: Alfredo Bauer und Fritz Kalmar<br \/>\n2003: Fred Wander<br \/>\n2004: Michael Guttenbrunner<br \/>\n2005: Georg Stefan Troller<br \/>\n2006: Milo Dor (postum) und Robert Sommer<br \/>\n2007: Jakov Lind<br \/>\n2008: Tuvia R\u00fcbner<br \/>\n2009: <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ilana_Shmueli\" target=\"_blank\">Ilana Shmueli<\/a><\/strong> und <strong><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Josef_Burg_%28Schriftsteller%29\" target=\"_blank\">Josef Burg<\/a><\/strong><br \/>\n2010: Elazar Benyo\u00ebtz<br \/>\n2011: Ruth Kl\u00fcger<br \/>\n2012: Eva Kollisch<br \/>\n2013: Manfred Wieninger<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7421 aligncenter\" alt=\"1\" src=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/1-887x1024.jpg\" width=\"540\" height=\"623\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Article on the prize award ceremony, published in the Decemer 2013 edition of <a href=\"http:\/\/theodorkramer.at\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=8&amp;Itemid=8\" target=\"_blank\">Zwischenwelt<\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/selmal-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-7445 aligncenter\" alt=\"selmal Kopie\" src=\"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/selmal-Kopie-744x1024.jpg\" width=\"540\" height=\"743\" \/><\/a><br \/>\n\u201eIch m\u00f6chte leben\u201c<br \/>\nSelma Meerbaum-Eisinger, 1924 \u2013 1942<\/p>\n<p>Laudatio f\u00fcr Selma Meerbaum-Eisinger<br \/>\nund Margit Bartfeld-Feller<br \/>\nund Rezension<br \/>\nvon Christel Wollmann-Fiedler, Berlin<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte leben.<br \/>\nIch m\u00f6chte lachen und Lasten haben<br \/>\nUnd m\u00f6chte k\u00e4mpfen und lieben und hassen<br \/>\nund m\u00f6chte den Himmel mit H\u00e4nden fassen<br \/>\nund m\u00f6chte frei sein und atmen und schrein.<br \/>\nIch will nicht sterben. Nein!<br \/>\nNein,<br \/>\nDas Leben ist rot.<br \/>\nDas Leben ist mein.<br \/>\nMein und dein.<br \/>\nMein,\u201c<br \/>\nist eines der ber\u00fchrenden, ergreifenden siebenundf\u00fcnzig Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger, dem jungen M\u00e4dchen aus Czernowitz, das 1941 mit ihrer Familie in ein Todeslager nach Transnistrien deportiert wurde und 1942 dort unter unmenschlichen Verh\u00e4ltnissen mit 18 Jahren an Entkr\u00e4ftung und Typhus starb. Am 7. Juli 1941 schrieb sie dieses Gedicht unter gro\u00dfen \u00c4ngsten, bereits Todes\u00e4ngsten. Professor Dr. Peter Rychlo der bekannte und wichtige Literaturkenner an der Czernowitzer Universit\u00e4t schreibt dar\u00fcber in seinem Vorwort in dem frisch gedruckten B\u00fcchlein von Margit Bartfeld-Feller \u201eSelma Meerbaum-Eisinger, 1924 \u2013 1942 \u2013 Erinnerungen ihrer Schulfreundin\u201c. Im Februar 2014 w\u00fcrde Selma 90 Jahre alt werden. Eine\u00a0 wunderbare und wichtige Hommage an die Schulfreundin ist das B\u00fcchlein, das Professor Wiehn in Konstanz herausgegeben hat.<\/p>\n<p>Margit Bartfeld-Feller die Autorin und Schulfreundin von Selma Meerbaum-Eisinger wurde 1941 mit den Eltern und dem Bruder Otti bei Nacht und Nebel aus Czernowitz von den Sowjets nach Sibirien in die Taiga deportiert. Stalin, der Tyrann, befahl diese Untaten. Juden, Intellektuelle, Fabrikanten und politisch Andersdenkende\u00a0 wurden vom Estland bis ans Schwarze Meer in Viehwaggons gepfercht, nord\u00f6stlich in Richtung Sowjetunion transportiert und weiter auf Schiffen nach Sibirien zum Schwerstarbeiten verschleppt. \u201eVerrecken\u201c sollten sie, war Stalins Befehl! Margit war jung, gerade 18 Jahre alt, ihr Bruder j\u00fcnger. In Czernowitz in der Bukowina wurde Margit Bartfeld 1923 geboren, ging dort zur Schule,\u00a0 f\u00fcr Literatur und Musik begeisterten sie die Eltern. In\u00a0 Czernowitz, der Stadt\u00a0 Rose Ausl\u00e4nders und Paul Celans, lebte Margit in Geborgenheit. Noch bevor Hitlers Schergen in die Bukowina kamen, lie\u00df Stalin die erw\u00e4hnten Bewohner abholen und schickte sie zum Sterben durch Hunger und unmenschliche Lebensverh\u00e4ltnisse in die Taiga an den Vasjugan. Ein schreckliches Leben erwartete die Deportierten dort. Wie Fliegen starben sie.<\/p>\n<p>Margit \u00fcberlebte diese Untaten,\u00a0 gestaltete ihr Leben in der Verbannung, \u00fcber f\u00fcnfzig Jahre in Sibirien, bis sie in den 1990iger Jahren ins Gelobte Land, ins Land der zehn Gebote, in Israel einwandern durfte. Renee Abramovici-Michaeli, die dritte der Klassenkameradinnen im Bunde, begegnete sie in Israel. Renee hatte die Gedichte von Leiser Fichman \u00fcbernommen, der auf der Flucht nach Pal\u00e4stina ertrank. Auf Umwegen durch Europa gelangten durch sie diese Sehnsuchts- und Liebesgedichte nach Israel. Hersch Segal, der ehemalige Mathematiklehrer aus Czernowitz, gab im Privatdruck 1976 in Israel die\u00a0 \u201eDie Bl\u00fctenlese\u201c von Selma Meerbaum-Eisinger, heraus. Bereits als f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Sch\u00fclerin war Selma eine Dichterin. Erst 1980 kamen Selmas Gedichte in Deutschland an und wurden von dem Schriftsteller und Journalisten J\u00fcrgen Serke herausgegeben. \u201eDamit begann Selmas Weg in die Weltliteratur\u201c bemerkt Serke. Eine Bereicherung der deutschsprachigen j\u00fcdischen Lyrik in der Bukowina, in Czernowitz, sind diese Gedichte allemal. Ein Fundus von unermesslicher Bedeutung!<\/p>\n<p>\u201eSelma gibt mir Kraft\u201c ist das leidenschaftliche Bekenntnis von Margit Bartfeld- Feller zu Beginn des B\u00fcchleins. Die Autorin schrieb sich seit ihrer Einwanderung an die Levante, nach Israel, die Vergangenheit von der Seele und nun zum 90. Geburtstag die Begegnungen und Erlebnisse mit der Schulfreundin Selma Meerbaum-Eisinger in der Geburtsstadt am Pruth, in Czernowitz. Vertont wurden die Gedichte von Selma in unterschiedlichen Variationen, zum Theaterst\u00fcck gewandelt, in wichtigen Anthologien erschienen sie und unterschiedliche Herausgeber nahmen sich dieser Gedichte eines j\u00fcdischen M\u00e4dchens an ihren Freund \u201eIch bin in Sehnsucht eingeh\u00fcllt\u201c in den Jahren an. Gelesen und vorgetragen wurden diese zauberhaften Liebesgedichte in k\u00fcnstlerischen Interpretationen, auch von der Berliner Schauspielerin Tatjana Blacher in der Stubengalerie in Berlin-Grunewald und von Iris Berben im J\u00fcdischen Museum in Berlin zur Vorstellung und Herausgabe der gro\u00dfen Anthologie von Herbert Schmidt in einem D\u00fcsseldorfer Verlag.<\/p>\n<p>Selma Meerbaum-Eisinger, die junge Protagonistin, um die es in dem Erinnerungsbuch von Margit Bartfeld-Feller geht, wurde 1924 in Czernowitz geboren, der Vater Max Meerbaum starb als sie zwei Jahre alt war. Die Mutter heiratete Leo Eisinger. Die deutsche Wehrmacht und die rum\u00e4nischen Truppen besetzten 1941 Czernowitz und Selma kam mit den Eltern ins Czernowitzer Ghetto und kurz darauf wurden sie zusammen nach Transnistrien, jenseits des Bugs, in Arbeits- und Todeslager deportiert. Selma starb im Lager Michailovka am 16. Dezember 1942, die Eltern wurden in einem anderen Lager erschossen. \u00dcber die m\u00fctterliche Familie war Selma mit Paul Anchel (Celan) verwandt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2004 wurde eine Gedenktafel in Czernowitz am Wohnhaus der Eisingers zum Gedenken an die junge Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger angebracht und Iris Berben, die bekannte deutsche Schauspielerin schrieb zum zweisprachigen Gedichtband der \u201eGedichte eines j\u00fcdischen M\u00e4dchens an seinen Freund\u201c, in deutscher und ukrainischer Sprache, ein Vorwort und Peter Rychlo der Literaturkenner ein Nachwort. Der Band erschien 2012 in Czernowitz,\u00a0 der fr\u00fcheren K&amp; K Monarchie, der Stadt, die 1918 zu Rum\u00e4nien kam, 1945 sowjetisch und 1991 nach der \u00d6ffnung der Grenzen in Europa ukrainisch wurde.<\/p>\n<p>Beitr\u00e4ge und Erinnerungsszenen von Peter Rychlo,\u00a0 Erhard Roy Wiehn, Elisabeth Rosenfelder, Gesine Keller, David Klein und J\u00fcrgen Serke sind im B\u00fcchlein enthalten. Ein paar Erinnerungsgr\u00fc\u00dfe von Margit Bartfeld-Feller an die 2003 gestorbene Schulfreundin Renee Abramovici-Michaeli s.A. zum Gedenken wurden ebenfalls gedruckt und nicht zuletzt ein ber\u00fchrender\u00a0 Dankesbrief von Franziska Kurze aus Deutschland an Margit Bartfeld-Feller. Der Theodor Kramer Literaturpreis wurde im September 2013 der Schriftstellerin Margit Bartfeld-Feller in \u00d6sterreich \u00fcberreicht.<\/p>\n<p>Tragik<\/p>\n<p>Das ist das Schwerste: sich verschenken<br \/>\nUnd wissen, dass man \u00fcberfl\u00fcssig ist,<br \/>\nsich ganz zu geben und zu denken,<br \/>\nda\u00df man wie Rauch ins Nichts verflie\u00dft.<\/p>\n<p>Das Gedicht hat Selma am 23.12.1941<br \/>\nGeschrieben und mit rotem Stift hinzugef\u00fcgt:<br \/>\nIch habe keine Zeit gehabt zu Ende zu schreiben\u2026*)<\/p>\n<p>Wie verzweifelt mu\u00df dieses M\u00e4dchen in dieser Stunde gewesen sein?<\/p>\n<p>*) Aus Selma Meerbaum-Eisinger, &#8220;Ich bin in Sehnsucht eingeh\u00fcllt&#8221;, Hrsg. J\u00fcrgen Serke, Fischer, 1984<\/p>\n<p>Christel Wollmann-Fiedler<br \/>\nBerlin, Januar 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Theodor Kramer Prize of the Theodor Kramer Society is awarded to authors writing in a context of resistance or exile. The Holocaust memoirs of Margit Bartfeld-Feller, born on March 31, 1923 in Czernowitz, deported in 1941 to Siberia and emigrated to Israel in 1990 became known to a broad public. 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