{"id":8386,"date":"2015-03-12T11:25:30","date_gmt":"2015-03-12T10:25:30","guid":{"rendered":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/?p=8386"},"modified":"2015-03-12T11:25:30","modified_gmt":"2015-03-12T10:25:30","slug":"the-mixture-of-peoples-in-bukowina","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/?p=8386","title":{"rendered":"The Mixture of Peoples in Bukowina"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/maps.google.com\/maps?f=d&amp;source=s_d&amp;saddr=V%C4%83%C8%99c%C4%83u%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien%2B&amp;daddr=Tereblecea,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:Nyzhni+Synivtsi,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:Mihaileni,+Kreis+Boto%C8%99ani,+Rum%C3%A4nien+to:Siret,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Dorne%C8%99ti,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:M%C4%83neu%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Fr%C4%83t%C4%83u%C8%9Bii+Vechi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Clim%C4%83u%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Bila+Krynyzja,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:Cherepkivtsi,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:V%C4%83%C8%99c%C4%83u%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien&amp;hl=de&amp;geocode=FXDt2wIdhBWNASmfxNhkH0I0RzGXiuFl8OwjLg%3BFWfK3AIdN6mNASkFNyCS1Gs0RzEsLNFz2upq-Q%3BFQuG3AIdJLSOASlb1c6--Gg0RzGm5-kbjKCDGg%3BFbfz2wId1tOOASnpI5N4D2g0RzEzyg6CDjnu7w%3BFaC02wIdtNWNASkBTdDe8kI0RzFoTIk_5wF-fA%3BFeB02gIdzL6MASlD4FgN_kQ0RzH6RpleuyEw4A%3BFTTk2gId6J6LASmrozQNkEY0RzEbhcoyCPm-cw%3BFWDl2gIdxfKKASmLck8PA0c0RzHZFkDuUTRJyA%3BFczm2wIdTJ-LASlrqrWw8EA0RzEHLJR6EfRHWA%3BFVgK3AIdxfKKASmlEFBHfj80RzEekR1OYBSuMQ%3BFYiy3AIdsjCMASm5a2mNlmo0RzHu0jZoVCNZqw%3BFXDt2wIdhBWNASmfxNhkH0I0RzGXiuFl8OwjLg&amp;aq=0&amp;oq=vasc&amp;sll=47.946679,26.003005&amp;sspn=0.341268,0.727158&amp;dirflg=w&amp;mra=ltm&amp;ie=UTF8&amp;ll=47.946706,26.003265&amp;spn=0.183093,0.274345&amp;t=m&amp;output=embed\" width=\"600\" height=\"494\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><br \/>\n<small><a style=\"color: #0000ff; text-align: left;\" href=\"https:\/\/maps.google.com\/maps?f=d&amp;source=embed&amp;saddr=V%C4%83%C8%99c%C4%83u%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien%2B&amp;daddr=Tereblecea,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:Nyzhni+Synivtsi,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:Mihaileni,+Kreis+Boto%C8%99ani,+Rum%C3%A4nien+to:Siret,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Dorne%C8%99ti,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:M%C4%83neu%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Fr%C4%83t%C4%83u%C8%9Bii+Vechi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Clim%C4%83u%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien+to:Bila+Krynyzja,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:Cherepkivtsi,+Oblast+Tscherniwzi,+Ukraine+to:V%C4%83%C8%99c%C4%83u%C8%9Bi,+Suczawa,+Rum%C3%A4nien&amp;hl=de&amp;geocode=FXDt2wIdhBWNASmfxNhkH0I0RzGXiuFl8OwjLg%3BFWfK3AIdN6mNASkFNyCS1Gs0RzEsLNFz2upq-Q%3BFQuG3AIdJLSOASlb1c6--Gg0RzGm5-kbjKCDGg%3BFbfz2wId1tOOASnpI5N4D2g0RzEzyg6CDjnu7w%3BFaC02wIdtNWNASkBTdDe8kI0RzFoTIk_5wF-fA%3BFeB02gIdzL6MASlD4FgN_kQ0RzH6RpleuyEw4A%3BFTTk2gId6J6LASmrozQNkEY0RzEbhcoyCPm-cw%3BFWDl2gIdxfKKASmLck8PA0c0RzHZFkDuUTRJyA%3BFczm2wIdTJ-LASlrqrWw8EA0RzEHLJR6EfRHWA%3BFVgK3AIdxfKKASmlEFBHfj80RzEekR1OYBSuMQ%3BFYiy3AIdsjCMASm5a2mNlmo0RzHu0jZoVCNZqw%3BFXDt2wIdhBWNASmfxNhkH0I0RzGXiuFl8OwjLg&amp;aq=0&amp;oq=vasc&amp;sll=47.946679,26.003005&amp;sspn=0.341268,0.727158&amp;dirflg=w&amp;mra=ltm&amp;ie=UTF8&amp;ll=47.946706,26.003265&amp;spn=0.183093,0.274345&amp;t=m\">Gr\u00f6\u00dfere Kartenansicht<\/a><\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung<\/strong><br \/>\n<strong> N\u00b0 87. Donnerstag, den 23. Juli 1891<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Im V\u00f6lkergemisch der Bukowina.<\/strong><br \/>\n<strong> Ethnographische Studien von Fritz Racher.<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Gesch\u00e4fte Drang und M\u00fchen winkt endlich wieder ein freier Tag, den ich dazu ben\u00fctze, meine Kenntnisse von Land und Leuten zu bereichern, und dierin bietet wohl kaum ein L\u00e4ndchen der Erde vielseitigere Gelegenheit, als das Land der gr\u00fcnen Buchen, die gesegnete Bukowina. An einem herrlichen Morgen besteigen wir den flinken Zauberwagen, der uns in Zeit von wenigen Stunden das Leben und Treiben 10 verschiedener Volksst\u00e4mme vor Augen zu f\u00fchren im Stande ist, m\u00f6ge mich der freundliche Leser auf dieser Rundfahrt begleiten. Das Gef\u00e4hrt rollt in n\u00f6rdlicher Richtung von dannen, Schlo\u00df und Dorf Waszkoutz <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[V\u0103\u0219c\u0103u\u021bi: 47.9692655,26.022749]<\/span><\/strong> liegen bald fern hinter uns, der Weg schl\u00e4ngelt sich durch die Weidenbr\u00fcche des Sereth, die diesen Flu\u00df auf seinem ganzen Laufe in weiter Ausdehnung umrahmen, und in einen eigenartigen Landschafts-Charakter sehen wir uns da versetzt. <!--more-->Schweigende Ruhe herrscht ringsum, nur zuweilen unterbrochen durch das Rasseln der Elstern, die hier in Schw\u00e4rmen von bis zu 50 St\u00fcck vorkommen; dies erkl\u00e4rt uns das g\u00e4nzliche Fehlen der gefiederten S\u00e4nger. Ein F\u00fcchslein kreuzt mit blitzschnellen Spr\u00fcngen unsern Weg, Habicht und Falke ziehen in geringer H\u00f6he beutesuchend ihre Kreise, w\u00e4hrend hoch oben der K\u00f6nigsadler sich sonnetrunken im blauen Aether wiegt. Selbst Meister Isegrim ben\u00fctzt \u00f6fters diese Br\u00fcche als sch\u00fctzende Passage auf seinen Raubz\u00fcgen, nur vom armen Lampe ist keine Spur zu entdecken, denn das zwei- und vierbeinige, befiederte und behaarte Raubzeug, sowie die unvermeidlichen Wilddiebe haben den noch vorhandenen Bestand sehr vorsichtig gemacht. Jetzt senkt sich der Weg gegen den in endlosen Windungen dahinziehenden Flu\u00df, nimmt in den tr\u00e4gen Wellen ein Bad, um am andern Ufer neugest\u00e4rkt wieder empor zu klimmen und den Wagen mit doppelter Kraft her\u00fcber und hin\u00fcber zu werfen. Doch bald ist das Schlimmste \u00fcberstanden, und zwischen \u00fcppigen Triften und Maispflanzungen fahren wir in schnurgerader Richtung auf Tereblestie <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Terebleche: 48.0223343,26.0545062]<\/span><\/strong> zu. Das Dorf, das seinen Namen den Tataren verdankt, besteht aus drei Theilen, n\u00e4mlich schw\u00e4bisch, slovakisch und rum\u00e4nisch Tereblestie. Bei der Einfahrt glauben wir uns pl\u00f6tzlich in den fernen Schwarzwald versetzt, so treu haben die Colonisten die Sitten und Br\u00e4uche ihrer sch\u00f6nen Heimath bewahrt. Da sind die schmucken Stra\u00dfen und Gassen, die stattlichen Bauernh\u00f6fe belebt mit urechten alten Schwarzwaldbauern, flinken Buab\u2019n und schw\u00e4b\u2019schen Blitzmoidelen in weiten Reifenr\u00f6cken und farbigen Sch\u00fcrzen. Und der Dialekt noch ganz so, wie er zwischen Kinzig und Neckar so behaglich-naiv und freundlich-komisch singt und klingt. Alt und Jung zieht den Hut und bietet ein fr\u00f6hlich \u201eGr\u00fce\u00df Gott!\u201c oder \u201eGudden Dag!\u201c. Wie wohlthuend ist ferner der Anblick des neuerbauten Gotteshauses und des Geb\u00e4udes, wo an gro\u00dfem Schilde die Inschrift \u201eVolksschule\u201c prangt, St\u00e4tten des Lichts inmitten des slavisch-rum\u00e4nischen Halbdunkels. Hierher fahren wir Protestanten der S\u00fcdbukowina, wenn es uns dr\u00e4ngt, wieder einmal Gottes Wort in deutscher Sprache und lutherischem Glauben zu h\u00f6ren, und hier vor dem Altar hat uns auch die kleine Schaar der Confirmanden den Beweis geliefert, da\u00df ihr die Lehre Luther\u2019s fest ins Herz gepflanzt ist, somit das entlegene evangelische Eiland den brandenden Wogen des r\u00f6misch-russischen Oceans Stand halten werde f\u00fcr alle Zeiten. Nur das stattliche Gasthaus zum \u201erothen Ochsen\u201c oder \u201egoldenen R\u00f6\u00dfle\u201c fehlt, um das Bild eines echten Schwabendorfes zu vollenden, hier sitzt der hier zu Lande unvermeidliche, j\u00fcdische Propinations- oder Schankp\u00e4chter Pinkas Rosenzweig. Auch slovakisch Tereblestie besitzt sein katholisches Kirchlein, die \u00e4rmlichen, strohgedeckten H\u00fctten und die davorliegenden d\u00fcrftigen Gestalten bieten aber, abgesehen von den interessanten Typen, nichts Bemerkenswerthes. Wir wenden uns nun, am j\u00fcdischen Bethaus vorbei, gegen Osten, durch den von Wallachen bewohnten dritten Theil des Dorfes. Die H\u00e4user liegen so zerstreut, als ob etwa ein \u00fcberm\u00fcthiger Berggeist sie aus einem Sack heraus \u00fcber den Hang des H\u00fcgels hinweggesch\u00fcttet h\u00e4tte, dahinter, dicht am Rande eines sich meilenweit in die Moldau hineinziehenden Laubwaldes, w\u00f6lben sich \u00fcber der St\u00e4tte der Andacht drei m\u00e4chtige Kuppeln, mit drei vergoldeten Kreuzen geschm\u00fcckt, die bei herrschenden Nebeln oft wie blinkende Sterne zu uns her\u00fcberleuchten. Unter diesen Wahrzeichen des Christusglaubens gewahren wir 3 Halbmonde, also wohl ein Symbol des Sieges der Christen \u00fcber die Mohamedaner, wof\u00fcr schon der Ort selbst spricht. Denn da\u00df hier zwischen Kreuz und Halbmond blutige K\u00e4mpfe stattgefunden haben, das beweisen die zahlreichen Verschanzungen, auf die man in oben erw\u00e4hntem Forste st\u00f6\u00dft, und die noch heute im Volksmunde die \u201eT\u00fcrkenw\u00e4lle\u201c hei\u00dfen. Im Dickicht dieser W\u00e4lder h\u00e4lt sich der Wolf in starken Rudeln auf und verheert, namentlich im Winter, die umliegenden D\u00f6rfer, ja bis vor wenigen Jahren trieb noch manch Raubgesindel darin sein Wesen.<\/p>\n<p>Nach kurzer Fahrt tauchen die H\u00e4user einer gr\u00f6\u00dferen Ortschaft auf den Kukuruzfeldern auf, es ist Untersinoutz <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Nyzhni Synivtsi: 48.0068009,26.1293655]<\/span><\/strong>, und nachdem der Pa\u00df auf dem diesseitigen Grenzposten visirt und die Beschaffenheit der Pferde genau notirt ist, halten wir in 5 Minuten vor dem rum\u00e4nischen Schlagbaum. Der hier erscheinende Douanier blickt uns erst mi\u00dftrauisch an, und tastet dann mit einem Eifer, der einer besseren Sache w\u00fcrdig gewesen w\u00e4re, in der Heueinlage des Wagens herum, denn die sicherlich im Dienst stark ger\u00f6thete Nase scheint unbedingt etwas Steuerbares zu wittern. Doch den Diensteifer des Wackern kr\u00f6nte kein Erfolg. Zum Ueberflu\u00df giebt er nun noch die unliebsame Erkl\u00e4rung ab, die die beiden Rosse ohne Garantiescheine nicht passiren k\u00f6nnten, eine Ma\u00dfnahme, die sich gegen den h\u00e4ufigen Pferdeschmuggel richtet. Ich ziehe deshalb vor, den Wagen auf kaiserlich k\u00f6niglichem Boden warten zu lassen, und den Weg nach dem unfernen St\u00e4dtchen Mihalenj <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Mih\u0103ileni: 47.971678,26.1401223]<\/span><\/strong> zu Fu\u00df anzutreten, um gr\u00f6\u00dfere Unkosten zu vermeiden. Da prangt gleich beim Eintreten \u00fcber der Zollstation ein gro\u00dfes farbenreiches Schild mit dem rum\u00e4nischen Wappen, Soldaten in namenlos schmierigen Uniformen, verlotterter Haltung und ohne jegliche Art von Waffen, betrachten neugierig den Ank\u00f6mmling, von allen Seiten dr\u00e4ngen sich semitische Fuhrleute an uns heran, um ihre elenden Gef\u00e4hrte mit den abgeschundenen R\u00f6\u00dflein davor zu einer ganz billigen Fahrt nach Botusani anzupreisen. Links lassen wir die imposante, von Anlagen umfriedete Kuppelkirche, sowie die Villa des F\u00fcrsten Gigba liegen, der f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Zeit des Jahres die Einsamkeit seiner Heimath mit dem rauschenden Leben der Seine-Stadt vertauscht, und bald ist die einzige Stra\u00dfe des Ortes durchwandert. Den Mittelpunkt nehmen, wie in allen Landst\u00e4dten des Ostens, die Verkaufsl\u00e4den der Juden ein, die auf Grund und Boden des ebenerw\u00e4hnten F\u00fcrsten ihre nothd\u00fcrftig gebauten Waarenh\u00e4user errichtet haben, um den Landbewohnern der Umgebung Gelegenheit zum Einkauf ihrer wenigen Bed\u00fcrfnisse zu geben. Aber die zahllosen Ruinen, die man hier kopfsch\u00fcttelnd und hell auflachend zu Gesicht bekommt, spotten jeder Beschreibung. Erw\u00e4hnt sei nur, da\u00df, wenn das Haus einen Theil seines Daches durch Einsturz einh\u00fcllt, mittels zweier Balken und einiger alten Bretter ein Nothdach dar\u00fcber gesetzt wird, das wiederum nach einiger Zeit mehreren Reparaturen unterzogen wird, so da\u00df man bewohnte R\u00e4ume mit 3 und 4 Nothd\u00e4chern \u00fcbereinander geth\u00fcrmt, nicht selten findet. Doch dies conservative Verhalten hat seinen triftigen Grund; die Existenz der Kinder Israels h\u00e4ngt ja nur von der Gnade des durchlauchtigsten Grundherrn ab, der seine Clienten nach Belieben jederzeit zwingen kann, innerhalb 24 Stunden die gesammte Colonie mit Sack und Pack aufzuladen und aus dem Revier zu verduften, oder besser zu verschwinden, denn der nachherrschende Knoblauchgeruch w\u00fcrde noch lange von vergangenen Zeiten erz\u00e4hlen. Nun vorerst sitzen sie noch fest, schauen wir uns daher weiter nach ihnen um. Die Ladenschilder tragen alle neben ihren rum\u00e4nischen Inschriften zur besseren Orientirung der fast durchweg des Lesens unkundigen K\u00e4ufer gro\u00dfe Illustrationen in wei\u00dfer Oelfarbe. Da sehen wir plump gemalte Weingl\u00e4ser, Schnapsgl\u00e4ser, Brezeln und Stiefel, Werkzeuge, Peitschen, Fische, Semmeln und andere oft undefinirbare Gegenst\u00e4nde, von der Hand eines unentdeckten Genies aufs Holz gebracht, daneben duftende und funkelnde Namen wie Aaron Tulpenbl\u00fch, Schmil Diamant, Itzig Rosenberg. Bei ainem vun diese Lait\u2019 wird f\u00fcr \u201e[fennef Silber]\u201c (50 Bani) eine Schachtel Rehatlicum und ein Viertel Halwa als Rarit\u00e4t mitgenommen; t\u00fcrkische Leckereien, die von Galatz aus bis zu dem Nordwestzipfel des K\u00f6nigreichs ihren Weg finden. Auf der Post, wo man sich auch in Franz\u00f6sisch verst\u00e4ndigen kann, werden Briefe in die deutsche Heimath entsendet, Geldst\u00fccke mit dem Kopf des K\u00f6nigs Karol als Andenken mitgenommen, nun aber, um einmal den feurigen Moldauerwein zu kosten, auf die Suche nach der ber\u00fchmten Nr. 68, die mir einstimmig als beste Quelle empfohlen wurde. Da von weither Beamte und Gutsherrschaften diese als Ziel ihrer Ausfl\u00fcge w\u00e4hlen, so vermuthete ich ein comfortables Gasthaus zu finden, fand jedoch nur eine schmutzstarrende Sch\u00e4nke voll Qualm und l\u00e4rmender Gestalten vor. Von einem verschmitzt dreinschauenden Juden, dessen Galgenphysiognomie jedem Verbrecher-Album Ehre gemacht haben w\u00fcrde, wird man durch drei dunkle R\u00e4ume in ein entlegenes Hinterzimmer becomplimentirt, in dessen Einsamkeit ich mich eines gelinden Argwohnes nicht erwehren konnte. Unwillk\u00fcrlich kam mir das M\u00e4rchen aus 1001 Nacht in den Sinn, worin Prinz Mahmud in einem solchen Hinterst\u00fcbchen pl\u00f6tzlich in die Unterwelt versenkt wird, um drunten ins bessere Jenseits bef\u00f6rdert zu werden. Doch ich blieb unangefochten und fand den Wein so vorz\u00fcglich, da\u00df ich ihn dem schmunzelnden Wirthe f\u00fcr den besten je gekosteten Tropfen offener Verzapfung erkl\u00e4rte. Bis in die \u00e4u\u00dferste Fu\u00dfspitze durchrieselt den Zecher behagliches Feuer, und wegen seiner Reinheit kann man ein betr\u00e4chtliches Quantum vertragen. F\u00fcr ein Viertel vom besten bezahlt man nur 12 Bani, also etwa 10 [\u2026], w\u00e4hrend geringerer schon f\u00fcr 16 [\u2026] den Liter zu haben ist. Da in der Bukowina kein Wein angebaut wird und bedeutender Zoll auf ihm steht, so wird von der Moldau aus ein lebhafter Schmuggel \u00fcber die Grenze betrieben. Zehn Mann schn\u00fcren sich eine je 10 Liter fassende Blechkapsel unter dem Rocke fest, und in einer halben Stunde ist auf diese Weise ein Hektoliter Rebensaft auf \u00f6sterreichischem Boden.<\/p>\n<p>Wir wenden nach beendeter Umschau der Pforte zum Orient wieder den R\u00fccken, zwei Mauten werden passirt, wobei der jeweilige j\u00fcdische P\u00e4chter schmunzelnd seine 12 Kreuzer Wegsteuer einstreicht, und nachdem der Serethflu\u00df zum zweiten Male durchquert ist, nimmt uns das Amtsst\u00e4dtchen Sereth <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Siret: 47.9612338,26.065675]<\/span><\/strong> in seine Mauern auf. Es liegt malerisch zwischen steilen H\u00fcgeln gebettet, mit Ausnahme der Staatsgeb\u00e4ude sind alle H\u00e4user und Ruinen mit Stroh oder Dranitzen (den landes\u00fcblichen Holzschindeln) gedeckt, ein jedes hat seinen von S\u00e4ulen getragenen Vorbau, unter dem sich am Ruhetag die Familie aufh\u00e4lt, ein kleiner verwilderter Garten umschlie\u00dft das Besitzthum. Ein unsauberer Eindruck beh\u00e4lt die Oberhand, wir befinden uns in einem ausgepr\u00e4gten Judennest. Da herrscht reges Leben auf Gasse und Platz, von Sonntagsruhe keine Rede wohin man blickt nur Juden und Juden, so uns\u00e4glich schmutzig, da\u00df man f\u00fcrchtet, bei Ber\u00fchrung mit ihren fettgl\u00e4nzenden Kaftanen kleben zu bleiben. Am Sabbath sieht es freilich ganz anders aus, da scheint das St\u00e4dtchen wie ausgestorben; kein Laden ist ge\u00f6ffnet, und die semitische m\u00e4nnliche Einwohnerschaft eilt in neuem seidenen Kaftan, frischgestriegelten H\u00e4ngel\u00f6ckchen, und den schwarz- und wei\u00dfgestreiften Tala[\u2026] (Gebettuch) \u00fcber die Schultern gelegt, der Betschul\u2019 zu, um dort den Tag zu verbringen. Den Kopf ziert die, ehemals dem polnischen Adel als national zu eigen, oft sehr kostbare Pelzm\u00fctze mit schwarzem Sammtdeckel, darunter deckt zum Ueberflu\u00df noch ein schwarzes Sammtk\u00e4ppchen das Haupthaar des Mannes, da er nach Vorschrift des Talmud weder in der Kirche, noch bei der Mahlzeit, noch im Hause eines Fremden baarh\u00e4uptig erscheinen darf. Heute feilschen sie auf Tod und Leben mit dem ruthenischen Bauern, der seine Waare gl\u00fccklich \u00fcber alle Hindernisse weg bis hierher gebracht hat; denn da dieser auf dem Weg zum Markte an zahllosen Schenken vorbeiziehen mu\u00df, so wird er \u00f6fters schon unterwegs der M\u00fche enthoben, seine Eier, Knoblauch, Federvieh, Holzgeschirre und andere Erzeugnisse h\u00e4uslichen Flei\u00dfes nach dem fernen St\u00e4dtchen zu bringen. Es findet sich ja in jedem Dorfe ein gro\u00dfm\u00fcthiger Schankjude, der ihm seine Last gegen alkoholische Gen\u00fcsse eintauscht. Welch einen Zauber aber so ein allw\u00f6chentlicher \u201eJarmar[\u2026]\u201c Trubel auf Alt und Jung aus\u00fcbt, mag daraus erhellen, da\u00df Dutzende von Frauen und M\u00e4dchen mit einer einzigen Henne unterm Arm, f\u00fcr die man hier 40 kr. bezahlt, oft 6 Stunden weit zu Markte laufen. Nach beendeten Gesch\u00e4ften wird dann in einer der unz\u00e4hligen Schnapsgew\u00f6lbe eifrig debattirt, bis die sinkende Sonne zum Aufbruch mahnt. Doch neben anderen Segnungen der Cultur hat sich auch der edle Gerstentrank seine Rechte verschafft, das beweist der Umfang der Beill\u2019schen Brauerei, die ihr vortreffliches Lagerbier nach allen Amtsst\u00e4tten und deutschen Colonien der Umgegend bis hoch hinauf an die ungarische Grenze versendet. Der warmen Gastfreundschaft des Besitzers gegen uns sonst h\u00f6chst unbeliebte \u201ePrei\u00dfen\u201c sei an dieser Stelle dankbar gedacht. Auch in Sereth finden wir die illustrirten Ladenschilder, in den unglaublichsten Ausf\u00fchrungen und Coloriten, man k\u00f6nnte sich tagelang am Studium derselben erg\u00f6tzen. Mit der Orthographie nimmt es der K\u00fcnstler nicht immer genau, wie folgende Beispiele beweisen: Alles gutt un billich! Einkerhaus der Sissel Wachsblei. Da\u00df man hier \u00fcbernachten und ausspannen kann, machen einige auf dem Schild gemalte Betten und Pferde begreiflich. Oder: Kreislerei des Moses Leib Kimmel. Sur Billigkeit! Schnirch Jawetz B\u00e4rwolf, conseson\u00fcrter Hufschmied, a. u. m. Im Hotel Beill wird Mittagsrast gehalten, dann bringt uns der Wagen in langsamer Fahrt unter fortw\u00e4hrendem He moj!-Rufen des Kutschers durch den fast undurchdringlichen internationalen V\u00f6lkerkn\u00e4uel hinaus ins Freie. Die Stra\u00dfe klettert steil bergauf gegen ein Hochplateau, oben steht eine altersgraue Kapelle, da wo der Weg nach Negostina, dem Stammsitz der armenischen Baronsfamilie v. Kapri, abzweigt. Auf der Erde kniet ein blinder Greis, mit markdurchdringender Stimme ruft er die Vor\u00fcbergehenden um ein Almosen an, und fleht zum Dank f\u00fcr eine milde Gabe den Segen aller russischen und rum\u00e4nischen Heiligen auf dein Haupt herab, indem er unaufh\u00f6rlich seine Stirne in den Stra\u00dfenkoth senkt. Die Hunderte von Landbewohnern, welche hier passiren, spenden ohne Ausnahme ihr Scherflein, sonst die Ungnade des Himmels f\u00fcrchtend, aber trotz des also eintr\u00e4glichen Gesch\u00e4ftes ist der Bettler hierorts eine seltene Erscheinung. Zwischen fruchtbaren Feldern geht es nun ohne Abwechslung fast eine Stunde fort, angebaut ist meist das vom ruthenischen Bauer mit Vorliebe gehegte Kunterbunt von Mais, K\u00fcrbissen, Fisolen und Hanf, das der Boden ohne D\u00fcngung 6-8 Jahre hintereinander in reichem Ma\u00dfe giebt. Endlich haben wir die unsern Ausblick hemmenden H\u00fcgel im R\u00fccken, und vor uns liegt mit einem Schlage, soweit das Auge sieht, die stolze Kette der Karpathen. M\u00e4chtig zieht es den Naturfreund da hin\u00fcber in die gr\u00fcnen Urw\u00e4lder, die tiefen Th\u00e4ler und Schluchten, und \u00fcber die blauen Pa\u00dfh\u00f6hen hinauf nach dem sagenumwobenen siebenb\u00fcrgischen Hochlande.<\/p>\n<p>Eine kurze Fahrt bringt uns nach den ungarischen Colonien Hadikfalva <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Dorne\u0219ti: 47.8706017,25.9927511]<\/span><\/strong> und Andreasfalva <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[M\u0103neu\u021bi: 47.8974407,25.9258462]<\/span><\/strong>, deren Bewohner einst aus dem armen bergigen Szellerlande hinabgestiegen waren ins fruchtbare Suczawathal, wo sie ein reiches bl\u00fchendes Heim fanden. Die uns hier erwartenden malerischen Bilder und Idyllen entsch\u00e4digen reichlich die lange Bergstrecke. Da steht auf einer Anh\u00f6he abseits die imposante Kirche, weit hinaus ins Thal schauend, das Dort besteht aus zwei schnurgeraden, parallel laufenden Stra\u00dfen, in denen sich die schmucken, blendend wei\u00dfen H\u00e4uschen in strenger Richtung und in gleichem Abstand dicht aneinander reihen. Die Familien finden wir allesammt im Freien: die Alten unterhalten sich auf der Bank unter der Linde, die Burschen tummeln sich beim Ballspiel oder Turnen, die M\u00e4dchen \u00fcben sich in tollem Uebermuth in Rauf- oder Fangspielen, die Kleinen versammeln sich um die zahlreichen Schaukeln. Und dazu die sch\u00f6nen kr\u00e4ftigen Gestalten, die scharfgeschnittenen sonnengebr\u00e4unten Gesichter voll Feuer beim starken Geschlecht, die drallen glut\u00e4ugigen Dirnen in ihren farbenpr\u00e4chtigen Nationalkost\u00fcmen, jeder Meister des Pinsels w\u00fcrde seine Freude dran haben. Ersteres pr\u00e4sentirt sich in weiten wei\u00dfen Hosen, bunter Weste und schneeigem Hemde, kokett mit Rosetten verzierten Reitstiefeln, federgeschm\u00fccktem Hute &#8211; das sch\u00f6ne Geschlecht in grellrothen R\u00f6cken, wei\u00dfen mit bunter Stickerei verzierten Hemden, hohen Stiefelchen; in den \u00fcppigen Z\u00f6pfen, die am Scheitel beginnend \u00fcber die Schl\u00e4fen hinweg nach hinten geflochten sind, flattern gelbe, rothe und blaue B\u00e4nder lustig im Winde. Aber der wahre Festjubel herrscht auf den weiten Graspl\u00e4nen, wenn die Fiedel klingt und der Tanz beginnt. Hei! wie die Sporen klirren, hei! wie der Czarda\u00df dr\u00f6hnt: \u201edie wei\u00dfen Pumphosen fliegen nur so im Kreise und die Eljen jauchzen wie Raketen auf zum Himmel\u201c &#8211; ein Bild, wie aus der Pu\u00dfta zauberhaft hierhergestellt. Trefflich hat sich dies V\u00f6lklein in Sprache, Sitte und Tracht rein erhalten von fremdem Einflusse. Unser n\u00e4chstes Ziel ist Alt-Fratautz <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Fr\u0103t\u0103u\u021bii Vechi: 47.9053511,25.8782102]<\/span><\/strong>, wo wir gez\u00e4hmte, oder vielmehr se\u00dfhafte Zigeuner in gro\u00dfer Menge vorfinden. Da liegen sie vor ihren h\u00f6hlenartigen Wohnungen auf dem R\u00fccken oder Bauche, meist in dem einfachen Kost\u00fcm, wie es Adam oder Eva im Paradiese trugen, blasen tr\u00e4umerisch die blauen Wolken ihrer Pfeifchen in die Luft, und lassen sich von der lieben Sonne w\u00e4rmen. Oder sie entlocken den Saiten ihrer Geigen die wundersamsten T\u00f6ne voll Freude und Schmerz, so da\u00df man entz\u00fcckt anh\u00e4lt und lauscht. Selbst die zerlumpten B\u00fcrschlein von f\u00fcnf Jahren an besitzen schon ihr vom Vater zurechtgemachtes kleines Instrument, und fiedeln nach Herzenslust um die Wette. Trefflich zeichnet Franz Liszt mit wenigen Strichen den Lieblingshang des Zigeuners. \u201eEr spielt nur sich selber, seine eigene Natur, seine Seele: die Musik ist ihm keine lernbare Wissenschaft, sondern eine vergeistigte Sprache, deshalb will der braune Sohn der Haide nichts von Notenkenntni\u00df wissen, es kommt ihm auch nicht darauf an, die \u00fcblichen Uebergangsaccorde bei Seite zu lassen und mit einem salto mortale auf ein Neues \u00fcberzuspringen. In einem Augenblick jauchzt und weint die Geige; der jubelnden Ausgelassenheit folgt unmittelbar die tiefste Melancholie &#8211; ganz der Zigeuner selber, dessen geistiges Wesen aus lauter unvermittelten Gegens\u00e4tzen zusammengesetzt erscheint.\u201c Han dume Romnitschel? frug ich die braunen Gesellen und Dirnen, die mich neugierig musternd n\u00e4her traten. Glotzende Verwunderung zuerst als einzige Antwort, und verbl\u00fcfftes Erstaunen, da\u00df so ein \u201egadscho\u201c, ein Nichtzigeuner, ihre Sprache rede, z\u00f6gernd r\u00fccken sie weiter vor &#8211; und pl\u00f6tzlich l\u00f6st sich das starre Staunen: die Dirnen kichern, die M\u00e4nner sto\u00dfen freudig einen Schwall fremdklingender Worte hervor, die wei\u00dfen Z\u00e4hne gl\u00e4nzen und die schwarzen Augen blitzen. Aber auch die schmutzigen H\u00e4nde der hoffnungsvollen Zigeunerjugend haben bereits vertraulich meine Rockkn\u00f6pfe gefa\u00dft &#8211; ein paar Cigaretten den Alten, Mann wie Weib, ein paar Kreuzer den Jungen, und eilends setze ich meine Fahrt fort, denn im Laufe einer weiteren Unterhaltung k\u00f6nnte ich au\u00dfer mit meinem Baarmitteln auch mit meinen Sprachkenntnissen auf diesem Gebiet ins Gedr\u00e4nge kommen. Die drei Worte aber, mit denen man die Geister so zu bannen und zu entfesseln vermag, sie bedeuten: Bist du vom Romvolk? ein Name, den sich der Zigeuner mit gro\u00dfem Stolze selbst zugelegt hat. (rom = Mann, Held.) Vor dem Dorfe beim langarmigen Sch\u00f6pfbrunnen findet ein lebhafter Dialog statt. Der wallachische Waldheger wirft in herbem Tone dem schwarzen Peter seine gestrige Faullenzerei vor, f\u00fcr welche der Beschuldigte einen Feiertag vorsch\u00fctzt. Da aber der frommgl\u00e4ubige Rum\u00e4ne von zigeunerischen Kirchenfesten noch nichts geh\u00f6rt haben will, sondern diese Rasse zu den schlimmsten Heiden stempelt, so entsteht ein heftiges Wortgefecht, aus dessen Inhalte ich mir zusammensetzen konnte, was sich die rum\u00e4nische Sage von der Religion der Zigeuner erz\u00e4hlt. Letztere besa\u00dfen n\u00e4mlich in uralten Zeiten eine h\u00f6lzerne Kirche, die Wallachen dagegen eine solche von Speck. Aber eines Nachts stahlen die braunen Kinder der Natur das saftige Gotteshaus ihrer Nachbarn und setzten daf\u00fcr das ihrige an die Stelle. Es dauerte auch nicht lange, so siegte die Stimme des Magens \u00fcber diejenige des Herzens, die entwendete Kirche wurde aufgezehrt, und seitdem sind die Zigeuner ohne Kirche und Glaube. Gr\u00f6\u00dftes Vergn\u00fcgen bereitete mir diese mit Pathos von dem sehnigen Alten vorgetragene Legende, welche so h\u00fcbsch die beiden schlimmsten Eigenschaften der schwarzbraunen Rasse kennzeichnet. Wer im Winter bei hohem Schnee in Holzgesch\u00e4ften Fratautz passirt, der wird von halbw\u00fcchsigen Burschen ohne jegliche Art von Kleidung umringt, die sich f\u00fcr einige Kreuzer erbieten, im Schnee auf dem Kopfe zu stehen, Purzelb\u00e4ume zu schlagen und den Abdruck von Front und Kehrseite der wei\u00dfen Decke einzupr\u00e4gen. Welch ein Gegensatz! Tracht und Gebahren \u00e4cht tropisch, Natur nordisch. Auf schier grundlosen Feldwegen gelangen wird nach einst\u00fcndiger Marter zu der Lippowaner-Siedelung Klimoutz <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Clim\u0103u\u021bi: 47.9647256,25.9258353]<\/span><\/strong>, die mit ihrer gr\u00fcngestrichenen kleinen Kuppelkirche vollst\u00e4ndig in einem Wald von Obstb\u00e4umen versteckt ist. Eine halbe Meile davon, sich scharf von dem dunkeln Hintergrunde des Waldes abhebend, liegt in schweigender Weltabgeschiedenheit die Schwester-Colonie Biala kiernitza <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Bila Krynyzja: 47.976917,25.8833555]<\/span><\/strong>, von den Rum\u00e4nen Fontina alba (beide Namen zu deutsch \u201eWei\u00dfer Brunnen\u201c) genannt. Beim Graben des Brunnens sollen die M\u00f6nche [\u2026 \u2026] zwischen den Wurzeln einer alten Buche auf ungeheure Sch\u00e4tze gesto\u00dfen sein, von denen das Volk sich erz\u00e4hlt, da\u00df sie von den R\u00e4ubern der Ostkarpathen an deren dortigem Versammlungsorte angeh\u00e4uft, bei einer pl\u00f6tzlichen Flucht aber im Stiche gelassen worden seien. Zwei Kirchen-Kuppeln und die beiden Flankenth\u00fcrme des Klosters, des einzigen dieser Secte auf dem ganzen Erdenrund, lugen dort aus dem Obstbaumdickicht hervor, w\u00e4hrend der runde Mittelthurm seine blendend wei\u00dfen Formen hoch hinauf in den blauen Aether erstreckt, wie ein m\u00e4chtiger Leuchtthurm anzuschauen, der dem mit den st\u00fcrmischen Wogen des Lebens ringenden S\u00fcnder Rettung und Schutz zuwinkt.<\/p>\n<p>Lippowaner nennen sich gro\u00dfrussische Fanatiker, die sich um die Mitte des 17. Jahrhunderts von der russischen Staatskirche lossagten. Um sie wieder dem fr\u00fcheren Glauben zuzuf\u00fchren, lie\u00df Peter der Gro\u00dfe alle nur denkbaren Gewaltmittel anwenden, so an nicht gesetzlichen Fasttagen ihnen Fleisch in den Mund stopfen, ferner Bart und Haupthaar kurz scheren u. V. m., aber er bewirkte nur, da\u00df sich die Anh\u00e4nger der neuen Richtung \u00fcber die Grenze fl\u00fcchteten, und am Schwarzen Meere, in der Moldau und T\u00fcrkei ansiedelten. Von hier kamen sie durch Vermittlung Kaiser Josef\u2019s II. um das Jahr 1780 nach der Bukovina, wo sie obengenannte Colonien gr\u00fcndeten. In Klimoutz sitzen die priesterlosen, in Fontina alba diejenigen Gl\u00e4ubigen, welche eine geistliche Macht nicht vermissen wollen. Die Lippowaner sind ein hochgewachsener Menschenschlag mit sch\u00f6nen blonden Typen, aber oft blatterspurigen Gesichtern, ihre Tracht ist die der alten Moskowiter. Der Mann tr\u00e4gt \u00fcber dem rothgestreiften Linnenhemd ein blousenartiges, bis zu den Knieen herabreichendes Untergewand aus rothem Zwilch, das in der Mitte durch einen Gurt zusammengehalten wird; dar\u00fcber einen langen, gleichfalls geg\u00fcrteten blauen Tuchrock und einen breiten Filzhut, unter dem das dichte, nie von der Scheere ber\u00fchrte Haupthaar hervorquillt. Denn sie halten es f\u00fcr s\u00fcndhaft, Haar und Bart zu verschneiden. Wie die M\u00e4nner tragen auch die Frauen Hemden von brennend rother Farbe, buntgebl\u00fcmte grellfarbige Zwilchr\u00f6cke, und dar\u00fcber den blauen Tuchmantel, der dicht unter dem Busen geg\u00fcrtet, in unf\u00f6rmigen Falten bis auf die Kn\u00f6chel f\u00e4llt. Ihre Kopfbedeckung bildet der sog. kokoschnik, ein mit herabh\u00e4ngenden T\u00fcchern reich geschm\u00fcckter Cylinderhut. Eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe dieser Leute macht einen h\u00f6chst<br \/>\neigenartigen Eindruck. Der Glaube der Lippowaner richtet sich vor Allem gegen alle Neuerungen des Staatswesens und der Kirche. Sie halten sich als \u201eLeute vom wahren Glauben\u201c streng von Andersgl\u00e4ubigen getrennt, und vermeiden m\u00f6glichst eine Ber\u00fchrung mit ihnen. Der Stuhl, auf dem ein \u201eungl\u00e4ubiger Hund\u201c gesessen, der Becher, aus dem ein solcher getrunken, werden vor weiterem Gebrauch erst sorgsam abgewaschen und gesegnet. Der Lippowaner bekreuzt sich vor jeder Handlung dreimal, er fastet 187 Tage des Jahres; er versagt sich g\u00e4nzlich den Genu\u00df von geistlichen Getr\u00e4nken, von Kaffee und Thee, von Tabak, von Musik und Tanz. Seine Kirchen tragen keine Kreuze aus Metall, sondern aus Holz mit Blech umfa\u00dft, \u201eda Christus nicht an einem metallenen, sondern an einem h\u00f6lzernen Kreuze gestorben sei\u201c. Er wehrt sich gegen das Z\u00e4hlen und Brennen des Viehs, \u201eweil das Euter und Fleisch verdorre\u201c, und mit aller Macht gegen das Impfen. Selbst als eine Blatternseuche fast ein Drittel der Bewohner von Klimoutz hinwegraffte, blieb ihr Starrsinn ungebrochen. \u201eT\u00f6dtet uns, aber wir thun\u2019s nicht!\u201c war ihre Antwort, und da\u00df man sie nun nicht weiter behelligte, beweisen ihre blatterspurigen Gesichter. Ein Arzt findet bei ihnen keinen Zutritt, \u201edenn wer krank ist, den straft Gott f\u00fcr eine begangene S\u00fcnde\u201c, er darf auch trotz der heftigsten Schmerzen nicht gepflegt werden. Das Blutvergie\u00dfen und deshalb auch das Kriegshandwerk d\u00e4ucht ihnen schweres Vergehen, und als im Jahre 1868 die allgemeine Wehrpflicht eingef\u00fchrt wurde, da entflohen Hunderte von wehrpflichtigen J\u00fcnglingen aus der Monarchie nach allen Richtungen. So kam es, da\u00df im Fr\u00fchling 1869 von 400 conscribirten Lippowanern nur zwei, und diese zuf\u00e4llig abgefangen, auf dem Assentplatz erschienen. In neuerer Zeit haben sie es nun durchgesetzt, da\u00df die Anh\u00e4nger ihrer Kirche ausschlie\u00dflich nur zum Sanit\u00e4tsdienst herangezogen werden, was freilich ihren Grunds\u00e4tzen ebenfalls zuwiderl\u00e4uft. Ein jeder, auch der \u00e4rmste, Lippowaner hat Wagen (kibitka) und Pferd, das zwischen einer Gabeldeichsel unter schellenbehangenem B\u00fcgel l\u00e4uft. Es ist durchweg ein ehrliches, flei\u00dfiges Volk, schweigsam und friedfertig, das sich mit Ackerbau, Obstzucht und dem Graben von Can\u00e4len und D\u00e4mmen besch\u00e4ftigt. Sie pachten jeden gr\u00f6\u00dferen Obstgarten, und h\u00e4ufen in gemietheten Kellern der St\u00e4dte ihre Vorr\u00e4the auf, so da\u00df fast der ganze Obsthandel der Bukowina in ihren H\u00e4nden liegt. Auch auf die Kunst des Obstd\u00f6rrens und der Mostbereitung verstehen sie sich vortrefflich. So weit reicht das Ergebni\u00df meiner Umschau und Nachfragen \u00fcber diese eigenartige Secte, deren Zahl auf rund 2800 K\u00f6pfe gesch\u00e4tzt wird. Da steht so ein finster drein blickender Moskowiter am Rande des Weges. Eine dargebotene Cigarette lehnt er entschieden ab. Auf meine Frage, ob ihm der Genu\u00df des Tabaks g\u00e4nzlich fremd sei, erwidert er, da\u00df ihm, zu Agram bei der Ambulanz in Diensten, einmal der Hauptmann eine Cigarre zu rauchen befohlen habe. Er gehorchte. Aber, setzte er in seinem schwerm\u00fcthigen Tonfall hinzu. \u201epo trey potiahe ja bul durnee\u201c (nach drei Z\u00fcgen war ich dumm). Zum zweiten Male l\u00e4\u00dft er sich nicht zur S\u00fcnde verleiten. Die echt slavischen Laute I und tiefes y h\u00f6ren wir da noch unverf\u00e4lscht klingen, w\u00e4hrend sie dem Ruthenen infolge stetiger Ber\u00fchrung mit Germanen und Romanen fast abhanden gekommen sind. Wie eine Erleichterung \u00fcberkommt es einen, wenn man die Wohnst\u00e4tten dieser ungl\u00fccklichen, religi\u00f6sen Fanatiker hinter sich wei\u00df, wo weder wahre Christusliebe noch Bildung des Geistes Eingang findet. Und nun, welch ein Contrast! nachdem der Sattel einer steilen H\u00f6he erklommen ist. Da entrollt sich zu unsern F\u00fc\u00dfen, vom Glanz der scheidenden Sonne bestrahlt, ein buntbewegtes, Frohsinn athmendes Bild, wie es farbenpr\u00e4chtiger kaum an den Ufern des Tiber oder Ebro zu finden ist. Die Czerepkoutzer <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[Cherepkivtsi: 48.017918,25.9648549]<\/span><\/strong> Ruthenen feiern heute ihr Kirchweihfest, das ganze Dorf hat sich auf der Hutweide \u00fcber dem steilen Serethufer versammelt, die Jugend widmet sich mit Eifer dem Tanz, die Alten lagern im Kreise darum, die Kinder tummeln sich in munterem Spiel. Die ruthenische Nationaltracht fesselt zuv\u00f6rderst das Auge. Der Bursche tr\u00e4gt \u00fcber wei\u00dfen Linnenhosen ein ebensolches Hemd, das ein mit gelben Metallkn\u00f6pfen besetzter, zweifarbiger Wollg\u00fcrtel umschlie\u00dft. An diesem befestigt h\u00e4ngt das Messer und das nie fehlende Tabaksbeutelchen, denn das Rauchen geht dem Ruthenen \u00fcber Alles. Im Nu dreht er sich mit gro\u00dfer Geschicklichkeit eine Cigarette zurecht, und darbt gern tagelang, um sich diesen Genu\u00df nicht entgehen zu lassen. Ueber die rechte Schulter wird die torbenka getragen, eine grellfarbige buntgestickte Wolltasche, in der die wenigen sonstigen Bed\u00fcrfnisse aufbewahrt werden, den Kopf bedeckt ein hochkr\u00e4mpiger schwarzer Filzhut, mit Federn und farbigen Glaskugeln geschm\u00fcckt; Strohh\u00fcte sieht man selbst bei der gr\u00f6\u00dften Hitze nur bei Zigeunern und Galizianern. Die F\u00fc\u00dfe stecken sonst in mit Schn\u00fcren befestigten Ledersandalen, heute in schweren Schaftstiefeln, den Oberk\u00f6rper umschlie\u00dft der schwere Schafpelz (kiptar), dessen Au\u00dfenseite &#8211; blendend wei\u00dfes Leder &#8211; mit geschmackvoller bunter Seidenstickerei verziert ist. Bei 26\u00b0 Hitze in einen solchen eingepackt, w\u00fcrden wir Deutsche wohl bald des Tanzens im Freien \u00fcberdr\u00fcssig, einen Ruthenen r\u00fchrt dies nicht, er spricht, da\u00df der Pelz die W\u00e4rme fernhalte. Auch auf den Hemden der M\u00e4dchen und Frauen finden wir auf Schulterst\u00fccken und Aermeln die beliebte Buntstickerei in roth, gr\u00fcn, gelb und schwarz. Als Ersatz f\u00fcr den Rock wird die horbotka, ein viereckiges St\u00fcck Wolltuch, einige Male eng anliegend um den K\u00f6rper geschlungen, und dort mittels eines breiten Wollgurtes festgehalten, den Kopf ziert ein grelles phantastisch geschlungenes Tuch oder eine bunte Flitterkrone, bei Verheiratheten stets eine wei\u00dfe Haube. Auch beim sch\u00f6nen Geschlecht fehlt nicht der schwere Schafpelz und die hohen mit roth und gr\u00fcnen Lederfranzen verzierten Stiefel, den Schlu\u00df der Ausstattung bilden 6 &#8211; 8 Halsketten von Glasperlen oder blinkenden M\u00fcnzen. Einige Schlachzizinnen aus Musenitza gewahren wir ebenfalls unter der frohen Schaar; sie sind sofort kenntlich an ihren grasgr\u00fcnen, rothumr\u00e4nderten Jacken und dem grasgr\u00fcnen G\u00fcrtelbande. Zu der Zeit, als in der einstigen Moldau Jeder das Adelspr\u00e4dicat erhielt, dessen Grundbesitz zwei gegen\u00fcberliegende Nachbargemeinden ber\u00fchrte, ersannen diese Bauern ein probates Mittel. Sie theilten ihre Felder in lauter schmale, parallel von Ost nach West laufende Streifen ein, die alle auf der einen Seite mit Waszkoutz, auf der anderen Seite mit Bahrynestie grenzten, und erwarben sich auf diese schlaue Weise Freiheit und Adel. Ein Geiger und ein Cymbalschl\u00e4ger bilden die Kapelle. Und was wird da getanzt! Die ruthenische Kolomejka, der Poruska, die rum\u00e4nische Hora, der Oleandru, der Arcan, der huzulische Corban, Czarda\u00df, Popolska und L\u00e4ndler. Einige erinnern an die wilden Reigen der afrikanischen Negerst\u00e4mme, einige an unsere Contret\u00e4nze, einer an unser bekanntes Jugendspiel \u201eKatz und Maus\u201c, Figurent\u00e4nze wechseln mit langsamen Rundt\u00e4nzen. Beim Corban stellt sich eine Anzahl Burschen im Halbkreise auf, die Arme gegenseitig verschlungen, und nun beginnt nach dem Tacte der Musik ein regelm\u00e4\u00dfiges Umherwirbeln, Aufstampfen und Zusammenklappen der Stiefel mit solcher Geschwindigkeit, da\u00df das Auge den Bewegungen kaum zu folgen vermag, wobei sich die Kette fortw\u00e4hrend dreht. W\u00e4hrend der Pausen geht der Tabaksbeutel und die Schnapsflasche von Hand zu Hand (dem Bier und Wein kann der Halbasiate keinen Geschmack abgewinnen) und von Neuem wogen die Farben durcheinander, bis der letzte Strahl der scheidenden Sonne dem fr\u00f6hlichen Treiben ein Ziel setzt. Denn es herrscht hier die sehr lobenswerthe Volkssitte, da\u00df nach Sonnenuntergang sich kein M\u00e4dchen mehr au\u00dferhalb ihres Geh\u00f6ftes blicken lassen darf, sollte nicht der gute Ruf verloren gehen. So findet also mit Tagesende auch jeder Tanz und jede Festlichkeit ihren Abschlu\u00df. Durch die \u00fcbermannshohen Gel\u00e4nder aus Weidengeflecht, welche die Dorfstra\u00dfe zu beiden Seiten begleiten, erh\u00e4lt Czerepkoutz ein ganz eigenartiges Gepr\u00e4ge, man k\u00f6nnte sich leicht in ein ostindisches Kulidorf oder einen Hottentotten-Kraal versetzt denken, wenn man die dunkelfarbigen halbnackten Kinder im Stra\u00dfenkoth dazu in Betracht zieht. Doch die Gemeinde zeichnet sich vor andern durch den Besitz einer Volksschule aus, und die Geistes- und K\u00f6rperkr\u00e4fte des armen Schulmeisterleins aus M\u00e4hren werden durch der b\u00f6sen Rangen z\u00e4hes Hirn und Kehrseite auf manch harte Probe gestellt. Im ersten Jahre wird hier die ruthenische Schrift, im zweiten die rum\u00e4nische, im dritten die deutsche Sprache und Schrift gelehrt, und unter den fast durchweg intelligent dreinschauenden ABC-Sch\u00fctzen findet sich auch manch guter Kopf. Dort vor dem letzten Hause liefert uns der Tanasy Kisiuk den \u201eschlagenden\u201c Beweis der Vollgiltigkeit des ruthenischen Sprichwortes: Zinka njebyta dai kosa njeklepana nje warda niczo (eine ungepr\u00fcgelte Frau und eine ungedengelte Sense taugen zu nichts), denn er bearbeitet seine 15j\u00e4hrige Frau zum Zeitvertreib mit einem derben Kn\u00fcttel. Diese ist keineswegs untr\u00f6stlich dar\u00fcber, denn \u201ewas sich liebt, das schl\u00e4gt sich\u201c, hei\u00dft es hier; stellte der Gemahl das Pr\u00fcgeln freilich f\u00fcr immer ein, so w\u00fcrde sie an seiner Liebe und Treue zweifeln. Auf den Besuch eines der unfernen Huzulend\u00f6rfer, wo uns die rothosigen S\u00f6hne der Karpathen noch manchen interessanten Beitrag zur V\u00f6lkerkunde geliefert h\u00e4tten, m\u00fcssen wir wegen schon einbrechender Nacht f\u00fcr heute verzichten. Tiefe Finsterni\u00df umgiebt uns jetzt, und da Laternen am Wagen nicht landes\u00fcblich, so gilt es auf der Hut zu sein, um einen pl\u00f6tzlichen Zusammenprall mit einem andern Fahrzeug zu vermeiden. Endlich tauchen Lichter in der Ferne auf, wir kommen n\u00e4her und n\u00e4her, und bald vernimmt man die seltsamen Weisen einer Zigeunerkapelle: in der polnischen Colonie zu Waszkoutz <strong><span style=\"color: #ff0000;\">[V\u0103\u0219c\u0103u\u021bi: 47.9692655,26.022749]<\/span><\/strong> wird getanzt. Aber da ben\u00fctzt man, wie bei uns, den Abend und die Nacht dazu, und nicht den gr\u00fcnen Rasen, sondern die Stube eines der Gro\u00dfbauern. Dr\u00fcben von der H\u00f6he scheint uns das klagende Fl\u00f6tensolo von der einstigen Gr\u00f6\u00dfe und dem jetzigen Verfall der polnischen Nation erz\u00e4hlen zu wollen, doch der Rassenha\u00df ist geschwunden, die hiesigen Polen kleiden sich nach deutscher Art und bestreben sich, die deutsche Sprache zu erlernen: sie stellen dem Kaiser t\u00fcchtige Soldaten, dem Gutsherrn brauchbares Arbeitermaterial. Unsere Rundfahrt ist beendet, und dankbar f\u00fcr den Schatz von Erinnerungen, den wir mit hinweg nehmen durften, preisen wir aufs Neue die Wunder der herrlichen Sch\u00f6pfung des Allm\u00e4chtigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr\u00f6\u00dfere Kartenansicht Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung N\u00b0 87. Donnerstag, den 23. Juli 1891 Im V\u00f6lkergemisch der Bukowina. Ethnographische Studien von Fritz Racher. Nach der Gesch\u00e4fte Drang und M\u00fchen winkt endlich wieder ein freier Tag, den ich dazu ben\u00fctze, meine Kenntnisse von Land und Leuten zu bereichern, und dierin bietet wohl kaum ein L\u00e4ndchen der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,33],"tags":[41,71],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8386"}],"collection":[{"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8386"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8386\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ehpes.com\/blog1\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}