Tag Archives: Bukovina

Czernowitz Art Gallery

Elderly Jew – Arthur Kolnik (Ivano-Frankivsk 1890 – 1972 Paris)

Solomon Lerner (Kiev 1890 – 1963 Israel)

Paris Scene with Nude – Bernard Reder (Czernowitz 1897 – 1963 New York)

Self Portrait – George Löwendal (Saint Petersburg 1897 – 1964 Bucharest)

Wladimir Zagorodnikow (Kursk 1896 – 1984 Graz)

Paul Konrad Hoenich (Czernowitz 1907 – 1997 Haifa)

Bukovinian Landscape – Paul Verona (Braila 1867 – 1946 Bucharest)

Female Nude – Berthold Klinghofer (Paltinoasa 1899 – ? Italy)

Tulips – Isidora Constantinovici-Hein (Campulung Moldovenesc 1889 – 1980)

Spuren, die vergehen [Vanishing Traces]

This richly illustrated book documents the search for the former Jewish presence in Satu Mare in the Northwest of today’s Romania. In 1944, Satu Mare’s Jewry was almost completely annihilated in the Holocaust. What is left are vanishing traces, mostly ruined Jewish cemeteries and shabby synagogues. These forgotten sites bear witness to the formerly proud Jewish presence in the region. On his journeys Simon Geissbühler is not only interested in the Jewish heritage and the Jewish microcosm of Satu Mare. He also discusses the history of the Romanian Jews in the 20th century, the Holocaust in Romania, the still almost inexistent culture of memory and remembrance in Romania, a country which was home to one of the most important Jewish communities in pre-World War II Europe. The author builds new inroads into what once was a thriving Jewish community and makes a world long gone rise again.

Rose Ausländer reports on the Children’s Holiday Colony in Vijenca (10.08.1932)‏

Kinder-Ferienkolonie Vijenca

I. Allgemeine Eindrücke

Im Herzen des lieblichen Tales Vijenca, das rings von einer dichtbewaldeten Bergkette umgürtet ist, befindet sich die Kinder-Ferienkolonie. Ihre Initiatoren, Elieser Steinberg, Dr. Meyer Rosner, Prof. Chaim Lecker und Dr. I. Schäfler gründeten sie im Jahre 1920; Elieser Steinberg und Dr. M. Rosner weilen nicht mehr unter den Lebenden. Schon die Tatsache, daß eine geistige Persönlichkeit wie Elieser Steinberg der Vater dieser Institution ist, der sie durch 12 Jahre mit schöpferischer Pädagogik und Liebe großgezogen hat, ist eine Gewähr dafür, daß es sich hier um eine bedeutsame Sache handelt, der wir unsere Unterstützung nicht versagen dürfen. Elieser Steinberg, der geniale Fabeldichter, der uns jetzt schon in der Gloriole der Unsterblichkeit erscheint, hat mit tiefer Hingabe den erzieherischen Lehrplan, an dem noch heute festgehalten wird, für die Kinderkolonie ausgearbeitet und zum Teil selbst angewendet. Viele Sommer lebte er mit den Kindern in Vijenca als ihr Vater, Lehrer, Freund und Gespiele, und eine fremdartige Märchenwelt erblühte ihnen aus seinem Munde. Seine erzieherische Methode will im Kinde vor allem die eigenen Charakterwerte zu Tage fördern, aus denen Solidaritätsempfinden, Phantasie, Gemeinsinn, Selbsterziehung, Selbstzucht, Ehrlichkeit und Klarheit erfließen. Das Lehrprogramm auf modernstem Anschauungsunterricht aufgebaut, umfaßt: jüdische Sprache, Einführung in die jüdische Literatur, ins Volkslied, ins allgemeine Wissen, Rhythmisierung der Lieder, Tanz, Gemeinschaftsspiele, Theaterspiel, Turnen usw. Zum Gelingen dieses Werkes tragen die Lehrer A. Hauselmann, M. Surkes, Vera Altmann u. A. viel bei, die seit Jahren, ohne Anspruch auf Belohnung, mit restloser Hingabe dieser Arbeit sich widmen.

Mit gleichem selbstlosem Eifer arbeiten Herr I. Singer, Präsident des Schulvereines, Dr. E. Felder, Sekretär und Herr A. Barak, wirtschaftlicher Leiter, für die würdige Sache.

Doch nicht allein als pädagogisches Institut, sondern auch als Hilfswerk an sich hat die Kolonie volle ethische Berechtigung und Anspruch auf Förderung. Man bedenke: Kinder aus den verschiedensten jüdischen Schichten, aus den allerärmsten Kreisen der Bevölkerung, zum Teil aus den völlig Deklassierten, Kinder, die sich in Jahren nicht satt gegessen haben, die in nassen Kellerhöhlen hausen, von Krankheit, Schmutz, Hysterie der Eltern umgeben, Kinder, die nie in ihrem blassen Leben die Gnade eines Gartens, eines Flußbades, eines fröhlichen Liedes, einer freien, kameradschaftlichen Sphäre erlebt haben, werden in eine Umgebung versetzt, die ihnen als eine wahrgewordene Wunderwelt erscheinen muß. Hier leben sie zum ersten Mal in einer Atmosphäre der Sauberkeit, des Gepflegtwerdens, der grünen weiten Räume mit Sonne, Wäldern, Wiesen, Fluß, mit Spiel und Tanz und Fröhlichkeit; sie werden von ihren älteren Freunden, den Lehrern, ernst genommen, sie dürfen jauchzen und jubeln und fühlen, daß sie Kinder sind, Freie, Unbeschwerte! Fünf mal täglich bekommen sie schmackhaftes, kräftigendes Essen, sie schlafen in sauberen Betten und es gibt keine Schläge, keine Scheltworte: eine Welt ohne Schläge ist ihnen ja schon das Paradies! Ihre im Elend ausgemergelten Körperchen kräftigen sich, in die bleichen Wangen steigt die zarte Röte der Gesundheit, die Augen werden groß und leuchtend. Sie schließen sich vor einander auf, erzählen einander aus ihrer Vergangenheit, üben sich, aus diesen Stoffen selbst Märchen zu gestalten und werden dichterisch im kleinen Kreise ihrer Spiele.

II. Das Kindergericht

In freundschaftlicher Weise wird den Kleinen die Methode und der Zweck der pädagogischen Arbeit erklärt; ihr soziales Gewissen wird durch ein psychologisches System von Fragen nach und nach wachgerufen. Auch darin war Steinberg der große Lehr5er. Er erfang das Kindergericht, eine Einrichtung, die am ehesten geeignet ist, Kinder zum Nachdenken und zum Verantwortungsgefühl anzuspornen. Allsonntäglich findet ein solches Kindergericht statt. Ein Vorsitzender und 12 Geschworene (6 Mädchen und 6 Knaben) werden gewählt, Staatsanwalt und Verteidiger melden sich freiwillig. Der Vorsitzende liest die Anklage vor: Ein Knabe hat ein Mädchen geschlagen; ein Mädchen hat einen Knaben angespien und ihn „Rotzbub“ genannt; ein Kind hat grüne Aepfel gepflückt, usw. usw. Die Angeklagten werden vorgeladen und müssen sich verteidigen. Welch ein Material für den psychologisch Interessierten! Die ganze Skala menschlicher Affekte erklingt, bei einem Kind tritt der Egoismus kraß und ungeschminkt hervor, beim andern wird er mit sophistischen Vorwänden geschickt verdeckt. Die einen sind feig und zerknirscht, die andern treten dreist heraus und geben mit klarer lauter Stimme die Motive für ihre „Sünden“ an.

Ein 10-jähriger Junge hat ein 8-jähriges Mädchen geschlagen, weil sie mit anderen Knaben spielte, obwohl er ihr Naschwerk geschenkt hatte! Die Aussage eines angeklagten Knaben ergibt, daß der Junge, den er angeblich geschlagen habe, ein Muttersöhnlein und ein „Quatsch“ sei, der bei der leisesten Berührung gleich Zeter und Mordio schreie. Das Mädchen, welches den Kameraden angespien hatte, sagt aus, daß der Knabe ihr von Anfang an unsympathisch war, weshalb sie es nicht ertragen konnte, daß er sie beim spielen beobachtete. Da er alle ihre Verwarnungen, sich zu trollen, in den Wind geschlagen habe und stehen geblieben war, sei sie in Zorn geraten und habe ihn angespien und beleidigt. Der Staatsanwalt erhält das Wort. In scharfer, prägnanter, fließender Rede wiederholt, erhärtet er die verübten „Verbrechen“: Der eine Knabe habe diese Woche wieder gesündigt, weil es dem Verteidiger letzte Woche gelungen war, ihm einen Freispruch zu sichern. Das Speien faßte er nicht allein als eine Beleidigung auf, sondern als Gefährdung, indem er feststellte, daß sich im Speichel oft schädliche Bazillen befinden, die den Angespieenen zu Schaden bringen könnten. In jedem Falle besteht er auf Bestrafung und appelliert an das ethische Gewissen der Geschworenen. Der Verteidiger, ein 12 jähriger Junge, geistig klar, ein Schönredner und Psychologe zugleich, findet für jeden Fall ein entlastendes oder mindestens abschwächendes Motiv. Er beurteilt die Tat nicht als Tatsache, sondern als ein unglückliches Produkt verborgener innerlicher Prozesse; dies gelingt ihm oft meisterhaft. Den etwas schwachsinnigen Knaben, der grüne Aepfel gepflückt hat, entschuldigt er mit dem Sprichwort, daß „verbotene Früchte süß“ seien und daß ihm „eine Nadel im Kopfe fehle“. Der verzärtelte Knabe, der jüngst eine Blindarmoperation durchgemacht hat, krankt an der Einbildung daß auf seinem ganzen Körper der operierte Blindarm sei und jede Berührung empfinde er gleich als einen Schlag auf seine Wunde. Das interessanteste Argument wendete der jugendliche Anwalt bei einem Angeklagten, der mit Ohrfeigen freigiebig gewesen war, an: da er ein Drillingskind sei, hätte sich auch der Verstand in drei Teile geteilt, und von einem Drittel Versand dürfe man kein vollständiges Verantwortungsgefühl fordern. Wieder hält der Staatsanwalt eine summarische Anklagerede und warnt die Geschworenen, von den „honigsüßen Worten“ des Verteidigers sich betören zu lassen.

Die Geschworenen ziehen sich zur Beratung zurück, um über alle vorgetragenen Fälle abzustimmen. Auch hier kann man interessante Studien anstellen. Die meisten Mädchen sind für Freispruch oder milde Strafen, die Mehrzahl der Jungens fordert Bestrafung. Schließlich kommt eine Einigung zustande, die Strafen werden verhängt: zwei Tage keinen Kompott essen dürfen; einen Tag Verbot im Flußbad zu baden; den nächsten Ausflug nicht mitmachen dürfen usw. usw.

Und wieder tummeln sich die lieben Kleinen auf dem Rasen, baden in Licht, Sonne, Waldluft und Wasser und blühen frisch und unschuldig wie die Feldblumen rings um sie. Diese 4 Wochen sind ein Lichtpunkt in ihrem finstern Leben, ein ernster Anstoß für ihre fernere geistige Entfaltung.

Dieses Werk, daß in den ersten Jahren stark von ausländischen philanthropischen Instituten unterstützt wurde, in den letzten Jahre aber ganz auf einheimische Hilfe angewiesen ist, droht zusammenzubrechen, wenn nicht rasche Hilfe kommt. Dies ist ein Appell an das Czernowitzer Publikum!

Rose Ausländer.

Vera Hacken: Kinder- und Jugendjahre mit Elieser Steinbarg [Childhood and Youth with Elieser Steinbarg]

Pictures: Courtesy of Linda Hutkin Slade

http://czernowitzdaily.blogspot.com/

Main roads out of Czernowitz.

West was a good direction – it led to Prag, Vienna, Berlin andcivilization.   Therefore the street leading in this direction was called Lembergerstrasse.    And it led , naturally, to the North.     This was the main street of Czernowitz until the railway.

After that it became Bahnhofstrasse for the Central Station and now  it is Gagarina leading into outer space. A T34 tank stands there asa reminder.    East was a bad direction – it led to Ukraina and Russia and Asia.   All the things bad came from there: The Russians, the Slavs the Huns andTurks.     Also the harsh winters.      The street in this direction was the Russischegasse which went South-East, following   the Prut river leading into Valachia.

To come to Russia you had to cross  the Prut at some point fording the river . Later there were bridges at Novoselitza ,  Lipcani and more. Crossing these you would come to Russia safely if they didn’t mug   you on your way.

The Rumanians changed it Strada Romana – Roman or Rumanian street.    On the West were the mountains and no major route led through this Hutzul country.    The Carpathians climbing to 1000 m. had no easy passes , rivers came down the   mountain and at night the wolves and vampirs.

To the South there were two main routes: the Siebenburgerstrasse and theKutschumarerstasse.    At the fork stood the Kriegersdenkmal, a memorial for the braveAustrian warriors.    Kutschumarerstrasse took the name from an insignificant shtetl not fardown the road.    Later it joined the Siebenburgerstrasse, a german name of Transylvania.

Nothing left for Rumania where these roads ultimately led.      No Moldova road, no Suceava road, no Siret road.      To reach the destination contained in its name, you had to turn West  at  Suceava   crossing the Carpathians at the Borgo pass – to Bistritz.      Then you reached Siebenburgen, land of the seven castles (or towns) .        Well, this was Habsburg land and therefore the name.      The Rumanians changed Kutschumarerstrasse to Bulevardul Regele Carol 2  but Siebenburgerstrasse stayed  Bul. Transylvania which is Siebenburgen.

Hardy

The Transfer – Deportation of Siret Jews

A few days ago, “The Jewish Files of Rădăuți” were released, a microcosm of the Jewish suffering in Romania: persecution, deportation, extermination.

Hanna Berger from Israel/USA directed my attention to Havah Ostfeld’s book “The Transfer”. It’s about the deportation of the Jews of Siret. The book, about 58 pages, is in Hebrew. Havah’s father and Hanna’s grandfather were brothers. Hanna (hannab54@verizon.net) is so generous to offer her assistance in translating this document. Thank you so much, Hanna!

Holocaust under the Antonescu Regime

This is the documentary, released in 2009 by JCC Bucuresti, TVR and the “Elie Wiesel” National Institute for the Study of Holocaust in Romania. The 140-min. movie, in Romanian/Russian language with English subtitles, covering the roots of the Romanian antisemitism, the death trains to Calarasi and Pudu Iloaiei, the Holocaust in Transnistria and the 1941 Iasi massacre, is impressive but harrowing at the same time.

I’ve edited a 5’23” clip, related to the fate of the Jewish population of Czernowitz and the role of Traian Popovici, in order to enable you to form an opinion. Click on the symbol for the movie clip!

For all of you, who would like to get a free copy of this documentary, please leave a comment and/or send me a mail, including your postal address, to my following mail address:

bconcept@hotmail.com

Edgar Hauster (http://hauster.blogspot.com/)

Bojan, Boian, Boyany, Boiany, Бояни

(Bojan, 10.10.09) Bojan is a village in the close vicinity of Czernowitz. Tracing the Rudel family, part of my own family, I’ve received from Ludwig Rudel from the USA the following report:

The oral history of the Rudels goes back to 1825, with the birth of Eliezer. He was born in Galicia (in the Russian part of Poland).

In 1833 there was an upheaval in that region. Two things occurred. One was the Polish rebellion against Russia (began in 1830-1831) and led to a brutal repression by the Russians in 1833. The second was the cholera epidemic of the same time.

It was said that the schtetl in which Eliezer lived had a Cabalist Rabbi and he decided that God was angry with their village and that, to appease God, they should send four children of the village out of the village; one child North, one to the South, one to the East and one to the West. (A more charitable interpretation might be that the Rabbi wanted to get the children away from there because everyone was dying.)

Eliezer was one of the children sent away. A wagon driver passed through the Schtetl and Eliezer was given to him to take with him to his destination and care for him. Eliezer’s family name was not disclosed to the wagon driver. The wagon driver’s name was Rudel. (You might recall that last names were assigned to Jews in Austria in 1786 in preparation for the census.) He raised Eliezer, married him off to one of his daughters (Rebecca Rachel) and they settled in Bojan.

No doubt about that, based on this fascinating story, I visited to Bojan, looking for traces of Jewish death.

(GPS N 048° 16′ 17,6″ E 026° 08′ 03,0″)

I’m not sure but I’m afraid that might be the last opportunity to see the Cemetery, as there are suspect clearing activities in progress there.

In Bojan I was talking to an eyewitness, who observed in 1941 the execution of Jews on the village square.

Mr. Florea, aged eight at that time, reports on the cruel details, he has seen. Asked by me, who has been responsable for the executions, he initially evaded the issue, mentioning the execution has been conducted by soldiers.

I was insisting and I’ve asked wether there were German or Romanian soldiers. Somehow embarressed he confirmed: “They were Romanians, unfortunately Romanians.

Edgar Hauster http://hauster.blogspot.com/P.S.: Would somebody, who reads Hebrew be so kind to translate the cemetery plate?