Author Archives: Edgar Hauster

Sally Rosenberg Rendall Interview

Henry Rendall: I’m the son of two Czernowitz parents, Carol (Carl) Rendall (Rendel) and Sally (Rosenberg) Rendall. I am also a silent follower of the site since my dad passed away in September 2009. My dear sweet mother Sally, a survivor of 3 years in Transnistria, sadly passed away in Montreal, Quebec on Monday [10-Jun-2019] at the age of 97 1/2. She had many amazing stories about growing up in Romania in the 1920’s, 30’s and 40’s. I luckily interviewed her about 8 years ago and I don’t think she would have minded me sharing it with you. She was a special woman and wonderful mother, with 8 grandchildren and 13 great grandchildren, all who she absolutely adored and vice versa. She will be greatly missed.

Eduard Weissmann (1943-2019) • Zwei Nachrufe • Two Obituaries

Eduard Weissmann and Götz Teutsch (2017) • Photo by courtesy of Christel Wollmann-Fiedler

Eduard Weissmann and Götz Teutsch (2017) • Photo by courtesy of Christel Wollmann-Fiedler

Gedenken an Eduard Weissmann

Götz Teutsch: »Und jetzt noch einen Witz«. Ohne diese Verabschiedung konnte man nicht nach einem Treffen mit Edy gehen. Edys Witze, das sich Verbergen hinter dem Witz, einem Czernowitzer Jüdischen Witz, war die Maske dieses wunderbaren Menschen. Wenn es ihm elend ums Herz wurde – kam ein Witz. Witze gesprochen in seinem wunderbaren Czernowitzer Dialekt, haarscharf gedacht und unverwechselbar. Hinter diesem Witzeerzähler verbarg sich eine wunderbare feine Seele. Eine Seele die unendlich viel gelitten, die immer seine verlorene Heimat suchte und die durch das erzählen von Witzen sie für sich und uns wieder auferstehen ließ. Geboren in Czernowitz, vertrieben, herumgeirrt und in Bukarest als Kind gelandet. 
Da haben wir uns kennen gelernt. Beide Schüler des Musikgymnasiums in Bukarest. Und beide studierten wir Cello beim gleichen Lehrer. Seit der Zeit waren wir Freunde. Alle beide sind wir nach Berlin gezogen und hier war Edy Cellist des Radio Symphonie Orchesters (RSO- heute Deutsches Symphonie Orchester). In der Philharmonie trafen wir uns oft vor Proben und Konzerten. Immer war Edy dieser feine, stille, meist etwas traurige alte Freund – und ohne den Witz gingen wir nicht auseinander. Auf seine Anregung haben wir gemeinsam eines meiner schönsten Projekte in der Berliner Philharmonie gemacht: „Czernowitz is gewen an alte, jidische Schtot…“ . Immer hatte ich das Gefühl, es ist eine kleine Liebeserklärung an meinen alten Freund. Und nun hat uns dieser wunderbare Freund auf immer verlassen. Czernowitz und wir alle trauern.
Schalom, lieber Edy! • Götz Teutsch

Hedwig Brenner, Othmar Andrée, Eduard and Gabriele Weissmann (2011)

Eduard Weissmann and Christel Wollmann-Fiedler (2011)

Eduard Weissmann 1943 – 2019

Christel Wollmann-Fiedler: Czernowitz, die berühmte deutsch-jüdische Literaturstadt der Donaumonarchie war seine Stadt, die Stadt seiner Familie, die Stadt, in der er, Eduard Weissmann, 1943 zu Zeiten des Ghettos geboren wurde. Der Gemeinderabbiner der Synagoge in der Rykestraße am Prenzlauer Berg in Berlin, selbst ein Czernowitzer, erzählte in sehr schönen Worten wie ein alter Freund über Eduard Weissmann. An einem sonnigen Februartag dachten wir in der kleinen Kapelle auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Charlottenburg an Edy, wie er genannt wurde, dachten an ihn, den Cellisten und geistreichen Erzähler. Rabbi Ronis weiß viel über ihn, seine Frau Gabriele und über die Tochter Nadine. Von ihr, der Tochter Nadine, einer berühmten Mezzosopranistin, lasse ich mir über ihren Vater erzählen. In eine durch und durch musikalische Familie wird Edy geboren, seine Mutter Alma ist eine begnadete Sängerin. Als junges Mädchen bekommt sie Gesangsunterricht beim Kantor der Großen Synagoge in Czernowitz, dem später weltberühmten Tenor Josef Schmidt. Deportationen und der Krieg verhindern eine weitere professionelle Ausbildung, doch bis ins hohe Alter singt sie und begleitet sich auf der Gitarre, erinnert sich Nadine, die Enkelin. Für ihren Sohn Edy sucht Alma das Klavier aus, doch Freude bereitet es ihm kaum, eher wird das Instrument zur Qual, dann wird es das Cello. Die Freude ist nicht übergroß, doch soll es das Instrument seines Lebens werden. Eduard Weissmanns Familienschicksal in Czernowitz ist geprägt durch die beginnenden antisemitischen Ausschreitungen nach dem Ende des 1. Weltkriegs in Rumänien. Der junge hochbegabte Orchesterleiter eines Balalaikaensembles, der jüngere Bruder der Mutter Alma, wird von Rumänischen Faschisten gefasst, verhört, ihm werden die Fingernägel gezogen und aus dem 3. Stock wird er geworfen. Mitte zwanzig ist Edi Wagner als er ermordet wird, auf dem Jüdischen Friedhof in Czernowitz liegt er begraben. Die tragische Geschichte des Onkels und seines Namensgebers wird Eduard Weissmann bis in den Tod begleiten, ihn nie mehr loslassen. 1945 flieht die Czernowitzer Familie Weissmann nach Bukarest, wie viele andere jüdische überlebende Familien damals. Eingeschult wird Edy in eine Deutsche Schule, später besucht er das Musikgymnasium und beginnt anschließend das Cellostudium an der Musikhochschule in Bukarest. Die Eltern stellen in der Volksrepublik Rumänien den Ausreiseantrag für Israel, der Antrag für ein anderes Land wird nicht genehmigt. 1966 verlassen sie mit Sohn Eduard Rumänien, werden einige Wochen in Neapel sein und landen im Flüchtlingslager in Nürnberg. Edys Mutter Alma möchte nicht nach Israel, in Düsseldorf werden sie ankommen, wo schon der eine oder andere Verwandte oder Freund eine neue Heimat gefunden hat. Edy muss ohne sein Cello das kommunistische Rumänien verlassen, darf es nicht mitnehmen in den Westen und kann monatelang nicht üben. Mit einem Empfehlungsschreiben seines Bukarester Professors wird er als Student bei Professor Gaspar Cassado an der Kölner Hochschule für Musik auf einem geliehenen Instrument vorspielen. Sein Vorspiel ist so gut, dass Professor Cassado noch am gleichen Tag ein Stipendium für Edy arrangiert und ein Zimmer im Studentenwohnheim bekommt er auch. Kurz darauf stirbt sein Lehrmeister Cassado und das Studium beendet er bei einem anderen Professor. Es folgt ein einjähriges DAAD Stipendium für Venedig und Edy bekommt die Möglichkeit im Orchestra La Fenice hin und wieder mitzuspielen. Zwischenzeitlich bewirbt er sich als Cellist beim RIAS-Symphonieorchester in West-Berlin und geht 1970 nach Berlin. Die Familien Weissmann und Gold kennen sich aus Czernowitz, treffen sich später in Bukarest wieder, wo Gabriele Gold geboren wird. Professor Dr. Gold verlässt über Umwege mit Ehefrau und Tochter Rumänien. Bis zu seiner Pensionierung ist er als Immunologe an der Universität Bristol in England tätig. Gabriele Gold, die Tochter, studiert in London und arbeitet einige Jahre in Genf. Die Hochzeit von Edy Weissmann und Gabriele Gold wird 1972 in Bristol stattfinden, zusammen gehen sie nach West-Berlin in den Stadtteil Wilmersdorf, 1974 wird dort Nadine, das einzige Kind von Gabriele und Eduard Weissmann geboren. Seit über vierzig Jahren ist Charlottenburg das Zuhause der Weissmanns. Eduard Weissmanns Synagoge und die seiner Frau und seiner Tochter ist die liberale Synagoge in der Pestalozzistraße in Berlin – Charlottenburg, wo der Gottesdienst von einem Chor und einer Orgel begleitet wird. In einem Hinterhof liegt das Gotteshaus und konnte während der Novemberpogrome 1938 von den Nazis nicht niedergebrannt werden. 1994 sterben die Eltern von Edy Weissmann kurz hintereinander und werden auf dem Jüdischen Friedhof Heerstraße im Grunewald im Berliner Westen beerdigt. Von Rabbi Ronis hören wir, dass Edy Weissmann ein großer Förderer und auch der größte Kritiker seiner Tochter Nadine, der Opernsängerin, ist, die auf großen Bühnen dieser Welt auftritt. Gabriele und Eduard Weissmann reisen um die Welt, um bei jeder Opernpremiere der Tochter dabei zu sein. Mit dem Song „Papa, Can You hear Me“, aus dem Film „Yentl“ von Barbra Streisand verabschiedet sich Nadine, die Mezzosopranistin, von ihrem Vater, dem Musiker, dem Cellisten, dem geistreichen Erzähler. Er, Edy, hat dem Gesang Nadines gelauscht.
Berlin, Februar 2019 • Christel Wollmann-Fiedler

Götz Teutsch on Cello, Jewish Composers and Jewish Literature in Czernowitz, interviewed by Christel Wollmann-Fiedler, published by Israel Nachrichten [Israel News] in November 2017.

The Aron Kodesh in the Siret Synagogue • A Criminal Case

Below are the links to the full story:

https://jewish-heritage-europe.eu/2019/02/11/romania-ark-of-historic-synagogue-dismantled/

https://jewish-heritage-europe.eu/2019/02/13/update-comparative-photos-siret-ark-and-replica/

http://cja.huji.ac.il/browser.php?mode=set&id=24254

http://moreshet-auctions.com/the-beautiful-aron-kodesh-of-the-great-synagogue-of-siret-in-romaniabeginning-of-the-19th-century-a-museum-worthy-item-of-extreme-historic-value


Romanian Press Coverage (Selection):
https://goo.gl/Fnx14o
https://goo.gl/H3ESY2
https://goo.gl/uDQ6rP

Glimpses of Youth Activities in Pre-War Bucovina

The Orchestra and Choir of the Aron Pumnul Liceum, conducted by Prof. Sava Arbore, in April 1940, prior to departure to Bucharest for a live performance at Radio Bucuresti. Prof. Alfred Schneider: “I am the second accordion player from the left; The cello player in the front was known to us as Burschi Schwefel, you met him as Radu Armsa, a retired high official and diplomat in post WWII Romania; the student in the right corner of the last row was the son of the Mayor of Czernowitz Marmeliuc; there were several Jewish students in this picture, notably the first violinist at the left in the first row.”

The Marching Band of the Aron Pumnul Liceum. Prof. Alfred Schneider: “The date of the parade on the Siebenbuergerstrasse was June 8,1940, on the birthday of King Carol II. I am the first accordion player on the right. Three weeks later, soldiers of the Red Army were marching there and singing ‘Moskwa moya…’. Later in October I marched there with my school carrying banners hailing the great Stalin before a reviewing stand on which stood an honorary group of German SS soldiers, in Czernowitz to supervise the ‘repatriation’ of the Volksdeutschen.”

Four Jewish strajeri (successor organization to the Boy Scouts) at the public school in Wiznitz. Prof. Alfred Schneider: “The photo was taken in 1936, we were in third grade of Public Elementary School in Wiznitz. I am standing, the three other boys who survived Transnistria were Bertl Koller (left) and Baruch Winter (right), both later lived in Israel, Erwin Rosner (front) lived in Chile (?). The photo caused an international incident*: when my uncle in New York received it he was very upset, promptly returned it noting that his nephew giving the Hitler salute is an insult! He must have forgiven me, because in 1948 he sponsored my immigration to the U.S.”
[*The raised right hand (Roman) salute was certainly not a traditional Romanian Boy Scout salute. The Romanian Scouts (cercetasi), abolished in 1935, used the international three-finger salute. King Carol II, trying to counteract the growing fascist movement, started to change from a constitutional to an authoritarian rule. In 1938, all political parties were abolished and replaced by the Front of National Renaissance (Frontul Renasterii Nationala) and the Straja Tarii youth organization became an integral part of the Front. The spoken salute accompanying the raised right hand was “sanatate”, which translates to Gesundheit or Heil in German.The similarity with the Hitler salute was not accidental.]

Courtesy: Prof. Alfred Schneider, Professor Emeritus of Nuclear Engineering Georgia Tech and MIT

Jewish Refugees in Shanghai (1938 – 1947)

The Shanghai Jewish Refugees Museum unveiled a memorial wall in 2014 listing the names of 13,732 Jews who found a haven in the Chinese city during World War II.

Sinosphere, the Blog of The New York Times, wrote on the dedication ceremony: “In the 1930s and 40s, thousands of Jews escaping Nazi Germany arrived in Shanghai, a place they could enter without a visa. After the Évian Conference of 1938, when the major powers shut their doors to nearly all Jewish immigrants, the city remained one of the few available places of refuge. By the beginning of World War II, more European Jews had fled to Shanghai than any other city in the world. The memorial consists of a 111-foot-long copper wall etched with the names and featuring a sculpture of six allegorical figures representing faith, suffering, love, determination, light and hope, designed by the Chinese artist He Ning. Chen Jian, the museum’s director, said the names on the memorial were compiled with the help of former Jewish refugees in Shanghai, as well as Chinese and foreign scholars, according to China Daily. Many of the names were taken from a list found in the German book ‘Exil Shanghai: 1938-1947,’ co-authored by Sonja Mühlberger, 75, who was herself born in Shanghai to refugee parents in the 1930s and has been involved in the memorial project.

The list in her book was first compiled during the war by three teenage Jewish girls hired by Japanese military officers to undertake an informal census. Most of the Jewish population then was relegated by the Japanese to an overcrowded district called Hongkou, a ‘designated area for stateless refugees.’ In a museum press release, Ms. Mühlberger comments, ‘My parents’ experiences in Shanghai were certainly not the easiest, but if they had not been exiled there, I wouldn’t even be alive today, let alone have the chance to tell this history.'”

Among these refugees, immortalized on the “Wall of Names”, we discover Rosa Koppelmann from Czernowitz, the addressee of the “Cry of Desperation from Siberia via Shanghai to Czernowitz”. Seven further names, potentially all related to Rosa, were listed under the same address in Shanghai, i. e. Zang Yang Lu Rd., former Ward Rd.:

HERBERT KOPPELKOWSKI • RUTH KOPPELKOWSKI • JULIUSZ KOPPELMAN • RICHARD KOPPELMANN • MAX KOPPLOWITZ • SIMON KOPSKI • MAX KOPSTEIN