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Meyer Ebner on Leibu Levin – 1935

From Ruth Levin, an article from the “Ost-Yiddishe Zeitung”, 2.6.1935:

“…Dr. Landau introduced to the audience a young man whose name
should not be forgotten. Probably, we’ll hear from him again and again.

Levin isn’t a singer, rather he’s an artistic reader. He’s not a reader, rather
he’s an actor. As a matter of fact he’s all in one: singer, artistic reader, actor
and poet. Why also poet? He reads to us only the poems of others, does he not?
That being so, this is the secret of his art. He reveals what is hidden between the lines.
He brings the poet to completion. He draws from the poet’s soul riches the poet himself
did not know of, riches that were hidden in his sub-conscious…

Frequently the words of the text in his mouth serve solely as a stimulus that awakens –
just for a passing moment – the poetic spiritual inheritance of his own, and that has
always to be born anew, like the music.

The art of Leibu Levin needs not only to be heard, though, but also to be seen. He himself
one has to hear and see, how he breathes into the dim hall, into the pearls of strangers’
poetry, his young burning soul, the creative, sometimes ecstatic, and sometimes weeping
soul…  His profound understanding drew one deeply into the fables of
Eliezer Steinbarg and the ballads of Itzik Manger.

From time to time the reader becomes singer, and only when he was seen as well as heard,
did I finally understand the meaning of the old expression “to sing and to say”
regarding troubadours and minnesingers. When his spoken word passes to song, it reminds me
of a flying ship hovering above the earth and taking off to the blue heavens…

Talent is as rare as gold. From the gold it is possible to forge a holiday crown for
priests who serve gods and it is possible to pay with it the penance for sinful impurity…

Talent can be refined to capture surpassing art, or can descend to cheap popular
entertainment. It seems to me that all in Leibu Levin aspires toward and is uplifted to the
shining heights of noble art .”

Dr. Meyer Ebner
The newspaper “Ost-Yiddishe Zeitung”, 2.6.1935

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Mechel (Michael) Fleischer, 1842 – 1908, Men’s Tailor in Czernowitz

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Bukowinaer Post, October 20, 1908, p. 3

Edgar Hauster: This is the obituary for my great-grandfather Mechel (Michael) Fleischer, deceased on October 16, 1908 in Czernowitz, subsequently to a diabetic coma. He was the co-founder of the Men’s Tailor Store Binderer & Fleischer as early as 1858. In 1881 Mechel became sole owner of the well-established business on Herrengasse; his customers came mainly from the middle class and the civil service. Mechel’s colleagues from the Tailor’s Association carried him to his grave while his family was in mourning for him, i. e. his wife [Fanny Fleischer, née Ehrlich], his son [Emil Fleischer, Deputy Station Master in Czernowitz] and his two daughters, the first one [Gusta Bardach] married with the postmaster Bardach in Stanislau and the other one [Marjem Hauster, my grandmother] with the engineer Hauslich [correct, Elias Hauster, my grandfather] in Czernowitz.

Marion Tauschwitz – Author of the Year 2015

ausschnitt

Autorinnenvereinigung e.V.: Die Autorin Marion Tauschwitz, bekannt durch Bücher wie ,,Hilde Domin – Dass ich sein kann wie ich bin‘‘ oder ihr neustes Werk ‚‘‘Selma Merbaum – ich habe keine Zeit gehabt zuende zu schreiben‘‘, welches schon jetzt zur Weltliteratur zählt, wurde von der Autorinnenvereinigung einstimmig zur Autorin des Jahres 2015 gekürt. „ Als Autorin verkörpert Marion Tauschwitz das, was die Autorinnenvereinigung von ihren Mitgliedern erwartet: Engagement, nicht nur beim Schreiben sondern auch im Alltag, im Politischen“, erklärt Ute Hacker die Entscheidung des AV-Vorstands. Tauschwitz, geboren 1953 in Freiberg, studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg, wo sie bis heute lebt und arbeitet. Bevor ihre Karriere als Autorin & Schriftstellerin begann, arbeitete sie unter anderem als Gymnasiallehrerin und Dozentin. Als engste Vertraute und Mitarbeiterin der Lyrikerin Hilde Domin war Tauschwitz in der Lage, eine vielbeachtete Biografie über sie zu schreiben. Ihre neueste und sehr bewegende Biografie über die ukrainische Dichterin Selma Merbaum, die mit nur 18 Jahren in einem deutschen Zwangsarbeitslager ums Leben kam, wurde durch jahrelange Recherche zu einer spannenden, wissenschaftlich fundierten Biografie. Darüber hinaus schreibt Tauschwitz sowohl Novellen wie auch Essays. Seit geraumer Zeit ist Marion Tauschwitz Mitglied in der Autorinnenvereinigung e.V., von der sie jetzt einstimmig zur Autorin des Jahres 2015 ernannt wurde. Das internationale Netzwerk für deutschsprachige Autorinnen und Schriftstellerinnen aus verschiedenen Genres setzt sich für mehr weibliche Präsenz in der Literatur ein. Die Mitglieder geben öffentliche Lesungen und halten Vorträge zu literarischen Themen. Überdies veranstaltet die AV jährlich den Goldstaub-Wettbewerb in den Genres Lyrik und Prosa, vergibt Projektstipendien und kürt die Autorin des Jahres, um nur ein paar ihrer Schaffensfelder zu nennen. Für diesen Anerkennungspreis werden jährlich viele Autorinnen und Schriftstellerinnen, basierend auf ihren herausragenden Leistungen nominiert. So erging es Marion Tauschwitz. Marion Pelny, ebenfalls Autorin und Beirätin der Autorinnenvereinigung, schlug sie nicht nur wegen ihrer bemerkenswerten Veröffentlichungen, sondern auch wegen des damit verbundenen politischen Engagements vor. Der Vorstand stimmte dem voll und ganz zu und wählte Marion Tauschwitz einstimmig. Die offizielle Vorstellung und Preisverleihung wird im Rahmen der Jahrestagung der Autorinnenvereinigung e.V. am 24. Oktober in Göttingen stattfinden.

ADDITIONAL LINKS:
http://marion-tauschwitz.de/
http://www.autorinnenvereinigung.eu/verein/news.html

The Mixture of Peoples in Bukowina


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Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung
N° 87. Donnerstag, den 23. Juli 1891

Im Völkergemisch der Bukowina.
Ethnographische Studien von Fritz Racher.

Nach der Geschäfte Drang und Mühen winkt endlich wieder ein freier Tag, den ich dazu benütze, meine Kenntnisse von Land und Leuten zu bereichern, und dierin bietet wohl kaum ein Ländchen der Erde vielseitigere Gelegenheit, als das Land der grünen Buchen, die gesegnete Bukowina. An einem herrlichen Morgen besteigen wir den flinken Zauberwagen, der uns in Zeit von wenigen Stunden das Leben und Treiben 10 verschiedener Volksstämme vor Augen zu führen im Stande ist, möge mich der freundliche Leser auf dieser Rundfahrt begleiten. Das Gefährt rollt in nördlicher Richtung von dannen, Schloß und Dorf Waszkoutz [Vășcăuți: 47.9692655,26.022749] liegen bald fern hinter uns, der Weg schlängelt sich durch die Weidenbrüche des Sereth, die diesen Fluß auf seinem ganzen Laufe in weiter Ausdehnung umrahmen, und in einen eigenartigen Landschafts-Charakter sehen wir uns da versetzt. Continue reading