Selling Chometz in Novoselice (1904)

What I like about this job is you never know what’s going to surface.  A woman wrote to me recently (Lara Diamond by name) telling of a an interesting old document she saw at a friend’s house and offered to photograph it.  She thought the group would be interested, since it had a list of names attached and was from Novoselice/Novoselitsa.  I agreed to have a look at it.

And this is what I present for you today:  A 1904 document written in cursive Yiddish, written by the Rabbi of Novoselice:   Yisrael Pesach son of Shalom Shachna Wetstein.  This was the great great grandfather of Lara’s friend.  The document apparently is the authorization for the sale of the town’s Chometz prior to Passover in 1904.  There is a list of names at the end of the document, that most likely are the assigned buyers.

Lara says:
“These are signatures so some are difficult to read. I did my best. I suggest you put the last page on Viewmate to get an independent eye on these.

The bottom of the first page is signed by the town’s rabbi (and my friend’s gg grandfather) Yisrael Pesach son of Shalom Shachna Wetstein.

Witness at the top of the second page (first page of the two-sided document) is Avraham Chaim son of Baruch Shvartzer.

There are names in the paragraph up at the top of the last page:

Yisrael Pesach son of Shalom Shachna
Malka daughter of Rei Renish
Moshe son of Meir Veinberg
Zaan Shaya Dibes
Sara Frankfeld
Shabsei Shvartzberg

Then the rest of the page are signatures. (First word of each line is “Signed.”)
Eliyahu (illegible)
Yitzchok Reitman and (illegible) Beleson
Nachum Gruldinberg and also his brother? Pesach and (illegible) Reb Anshel
Leib son of Zev Plumilman (illegible) Yona Yilarstein
Pinchas Babia
Henech Shvartzberg
Chaim Feitia Kapilivike
Avraham Chaim Sheishesh? And Matisya Varman?
(Illegible) Sara Mecharkle
(illegible) Yaakov Yosef Yazlivt
Shlomo Vanblakis??
Yosef Kantirzshna
Mechael Veinberg
Hersh Leib Shich? and his brother Yisrael Shich
Yisrael Nicherberg
Tzvi Gezner”

And for those who can… here is the document, hand written in Yiddish, [Correction –The document is written in cursive Hebrew not Yiddish as originally posted –see commnets below] in pdf format:

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Lara notes: “There are two documents. One is one page and the other is 2 pages (on 2 sides of the page).
The first picture is an overview of the one pager. Then I have 3 close ups of that page.
Then an overview of each of the sides of the other. Then I zeroed in on a list of names (actually signatures).”

Jerome notes:
According to the CIA, there are over 25 towns in today’s Ukraine with the name Novoselista. Is this ‘our’ Novoselista at 48°13’00″N : 26°17’00″E ? I ran this by Yosi Eshet who didn’t think so. Lara thinks it is, and I have no idea. Maybe someone will recognize a name and we’ll have the answer?

Jerome

Three Poems by Klara Blum aka Zhu Bailan

Jung-Czernowitz

Da, wo die Gäßchen sich zusammenzogen,
Der Witz das eigne Unglück höhnte wild,
Wo sich der Armen Rücken keuchend bogen,
Die Not sie an den Schläfenlocken hielt-

Wo ich einst stand in tobenden Gedanken,
Die Stirne angepreßt dem Mauerstein,
Wirr, achtzehnjährig, doch schon ohne Wanken,
Entschlossen, mir zu folgen ganz allein-

Da steht nun, achtzehnjährig, eine zweite,
(Ich sah sie nie und seh sie dennoch gut.)
Ihr Auge überglänzt die freie Weite,
Der Weite Glanz auf ihrer Stirne ruht.

Schlank die Gestalt und stürmisch die Gebärde,
Die Brauen grüblerisch, gebräunt die Hand.
Aus ihrer Stimme tönt die Heimaterde,
Befreites, völkerbuntes Buchenland.

Du hörst darin der Doina Wohllaut klingen,
Treuherzig summt dazu ein Schwabenlied,
Es rauschen der Ukraine Sturmeschwingen,
Indes der Judenscharfsinn Funken sprüht.

Da, wo die Armen einst in Ghettogassen
Dem Brot nachspürten, listig, ängstlich-dreist,
Da greift sie heut zur Arbeit, stolz gelassen
Und ruhig, stolz entfaltet sich ihr Geist.

Wo im Kasino bunte Lichter lohten:
“Ihr seid zur Schmach bestimmt, drum haltet still”,
Wo mich der Heiratsmarkt einst feilgeboten,
Da wählt sie heut zum Gatten, wen sie will.

Die Buchen wiegen ihre Vogelnester,
Der frische Pruth die freie Stadt umfließt-
Gegrüßt sei, schöne unbekannte Schwester,
Du junges Czernowitz, sei mir gegrüßt.

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Czernowitzer Ghetto

I
Die alten Gäßchen ziehn sich eng zusammen.
Der Boden hinkt und holpert im Zickzack.
Aus schweren Leuchtern zucken kleine Flammen.
Der Witz treibt mit dem Unglück Schabernack.

Die Augen funkeln, doch die Wangen blassen,
Der Kaftan reißt, die Schläfenlocke bebt,
Wenn, halb erstickt in seinen Pariagassen,
Ein Volk noch stöhnend, höhnend weiterlebt.

Die Mauer fiel vor mehr als hundert Jahren,
Und dennoch blieben sie im dumpfen Nest.
Das Elend hielt sie an den Schläfenhaaren
In ihrem engen alten Ghetto fest.

II
Für manche schlug die Befreiungsstunde
– Sie waren einflußreich und satt und breit -,
Da lobten sie den Herrn aus vollem Munde
Und lobten ihre aufgeklärte Zeit.

Sie zogen vornehm in die Gartenstraßen
Zur Nachbarschaft mit Oberst und Bojar.
Man mißt sie nicht mit den gewohnten Maßen.
Sie sind “zwar” Juden, aber – annehmbar.

Bunt leuchtet abends der Kasinogarten,
Und die Kapelle spielt rumänisch heiß,
Blasiert betrachten sie die Speisekarten,
Sie sind ein lauter, selbstbewußter Kreis.

Es klingt ihr Deutsch zerdehnt, verfärbt, verbogen,
Geflickt mit Slawentrotz, Romanenglut,
Buntscheckig Narrendeutsch, von Leid durchzogen,
Vergessnem Leid, das fern im Ghetto ruht.

Die alte Klage dehnt noch ihre Sprache,
Pogrom und Schimpf und Wandern ohne Rast.
Doch längst vergaßen sie schon Groll und Rache,
Und der Feudalherr ist ihr lieber Gott.

Sie sitzen da, sie nehmen ihn zum Muster,
Ihr Stolz wird schwach, die Arroganz erstarkt,
Sie sind ein Kreis, ein lauter, selbstbewußter,
Sie sind ein schamlos lauter Heiratsmarkt.

Was soll ich tun? Kann ich den Lauf nicht ändern?
Mein vorbestimmter Gatte sitzt vor mir.
Und drüben, aus den dunklen Augenrändern,
Da starrt und starrt der blaue Offizier.

Man sagt ihm nach, er jagt nach leichten Freuden,
Man sagt, er kommt und sieht und spielt den Herrn,
Man sagt, er kann wohl keine Juden leiden,
Doch ihre Frauen, sagt man, nimmt er gern.

Die Fraun, die in den Gartenstraßen wohnen –
Leer ist ihr Leben, ein geputzter Zwang.
Sie girren laut, sie suchen Sensationen,
Wohin denn sonst mit ihrem Tatendrang?

Und die Musik spielt auf mit heißem Klingen
Und dringt betäubend in die Sinne ein,
Ich hab geträumt, einst Großes zu vollbringen,
Und so – und so wird nun mein Leben sein.

Zuerst gewiß der legitime Gatte
Und dann der Advokat, der kluge hier,
Und dann Papas Geschäftsfreund, dieser glatte,
Und dann – dann kommt der blaue Offizier.

Ich bin vom Tische plötzlich aufgesprungen
– Zum Glück gibt niemand in dem Lärmen acht -,
Ich renne, renne mit gehetzten Lungen,
Ich renne meine Antwort durch die Nacht.

III
Die halbe Stadt hab ich im Zorn durchlaufen.
Ich bin am Ziel. Gleichgültig scheint der Mond
Auf einen dunklen morschen Häuserhaufen,
Darin bedrückt, erstickt der Paria wohnt.

Die alten Gäßchen ziehn sich eng zusammen,
Der Boden hinkt und holpert im Zickzack:
Plebejerwiege, der wir doch entstammen,
Wir im Kasino, protzenhaftes Pack.

Was sind wir? Abklatsch von feudalen Puppen,
Hier aber ringt und grübelt und erkennt,
Genährt, gereizt von ihren Bettelsuppen,
Die Kraft, die einst die Welt ihr Eigen nennt.

Es schärft sich gut die Logik dem Genarrten,
Das Rechtsgefühl dem, der ein Unrecht litt.
Heiß brennt der Stolz des Menschen, den mit harten
Gespornten Stiefeln man zu Boden tritt.

Ich bin dein Kind, du alte Judengasse,
Und lern aus allem, was mein Volk erfährt.
Stark, wenn ich denke, stärker, wenn ich hasse,
Aus jeder Schwäche schmiede ich ein Schwert.

Lehr du mich, lehr, von hier mich loszuringen,
Mühsal zu tragen, Hunger, Krankheit, Leid
Und alle Fragen, alle zu bezwingen
Allein mit meiner wilden Redlichkeit.

An deine Mauer drück ich meine Stirne.
Von heute an gehorch ich mir allein.
Folg meiner Galle. Folge meinem Hirne.
So geh ich recht. Es kann nicht anders sein.

pbooooz

Der Wunderrabbi von Sadagura

Man raunt: er kann Geburt und Tod erzwingen,
Auf einem Tüchlein fährt er übers Meer,
Sein Lächeln wird dir Glücksgeschäfte bringen,
Sein Zornesblick macht deine Taschen leer.
Man geht zu ihm mit Klagen und Beschwerden,
Verlassne Fraun und Händler vorm Bankrott.
Es ist nicht leicht: von ihm empfangen werden.
“Ein andermal, der Rabbi spricht mit Gott.”

Sein Haus ist voll von altem, schwerem Prunke,
Der Sabbathleuchter glänzt vor Kostbarkeit,
Kunstvolle Becher neigen sich dem Trunke,
Und sein Gebet, es trägt ein seidnes Kleid.

Er lehnt am Fenster mit gefurchter Stirne.
Es zittert leise sein gepflegter Bart.
Er weiß: Nicht mehr gehorchen ihm die Hirne
Wie einst, durch seine bloße Gegenwart.

Sie gehn vorbei mit hohnverhaltnen Gesten,
Die Kränkung sticht, der fromme Rausch bleibt aus.
Er sieht nicht mehr wie einst in allen Ästen
Die Zeichen der Kabbala, alt und kraus.

Am Horizont, mit violetten Spitzen,
In wilder Schönheit die Karpathen ziehn.
Er weiß von Liedern und er weiß von Witzen,
So spricht man und so singt man über ihn.

Man sagt: tief kann er in die Zukunft schauen,
Ob wahr, ob falsch – bewundert seinen Blick!
Man singt: er heilt die kinderlosen Frauen,
Das tut er gern, das weist er nie zurück.

Es reckt sich hügelig die enge Gasse,
Ein Kind ruft Czernowitzer Blätter aus,
Dort drüben wohnt der Schuster Reb Menasse,
Das ist sein armes, morsches, kleines Haus.

Er hockt vertieft auf seinem Schemelsitze.
Er liest. Der Rabbi kneift die Augen ein.
Er weiß, der macht die allerschärfsten Witze.
Was für ein Buch mag da sein Buch wohl sein?

Ein dickes Buch. Er kaut die schweren Sätze.
Er kommt in Schwung. Er wiegt sich hin und her.
Er prüft und wendet die Gedankenschätze.
Er hat begriffen. Mehr und immer mehr.

Sein Daumen schwingt, der Logik froh, ins Leere.
Er beugt sein heißvergrübeltes Gesicht
Aufs Buch hinab, als ob’s der Talmud wäre.
Der Talmud, Rabbi, aber ist es nicht.

Bukovina Women’s Society in Tel Aviv

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Bukovina Women’s Society in Tel Aviv

First row, sitting from left to right: Lizzy Edelstein, Lola Körner, Mady Elefant,
Genia Albin (chairperson), Zunia Schifter (honorary president), Fanny Glasberg, Klara Blum.
Second row, sitting: (left) Sali Kula (secretary), (right) Hilde Katz.
Standing, from left to right: Lizzy Osterer, Gerda Berger, Rosa Rittberg, Fanchette Melzer,
Fanny Bernstein, Martha Kissmann, Dr. Rachelle Rinzler, Dr. Erich Neuborn, Lola Wildmann,
Dorit Wagner, Lodzia Besner, Tella Löbel and Lona Münzer

Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies

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The Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies is a collection of over 4,400 videotaped interviews with witnesses and survivors of the Holocaust. Part of Yale University’s department of Manuscripts and Archives, the archive is located at Sterling Memorial Library.

Professor Dr. Dori Laub was born in Czernowitz in 1937. With his parents, he was deported to Transnistria in 1942. His father disappeared during a German raid prior to liberation by the Soviets and he and his mother were reunited with his grandparents who had survived in Czernowitz. He immigrated to Israel in 1950 where he attended medical school. Today he is Associate Clinical Professor of Psychiatry at Yale University and a psychoanalyst in private practice. In 1979 he co-founded the Holocaust Survivors’ Film Project, Inc., which subsequently became the Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies at Yale. Dori Laub has published and lectured extensively on the Holocaust.

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Bearing Witness to the Holocaust – How the First Video Archive of Holocaust Testimonies Was Established
“Tell Us What You See” – Interview with Professor Dori Laub by Yad Vashem

Managing Jewish Immovable Heritage

04:24 Marla Raucher Osborn: Impact of Jewish Genealogists
21:17 Cologne Jewish quarter excavations
42:01 Ilya Lensky (Latvia) – Developments with the restoration of the synagogue building in Kuldiga and the Green synagogue in Rezekne
63:26 Marcus Roberts (UK) – J-trails
80:02 Annie Sacerdoti: Whither the European Day of Jewish Culture

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Marla Raucher Osborn: “From April 23-25, 2013, I attended a conference at the Jewish Community Center in Krakow, Poland on Jewish heritage management. The conference was a follow up to an earlier seminar on Jewish heritage management in Bratislava, Slovakia in March 2009 by Jewish community representatives and experts from a dozen countries.

This year’s conference had approximately 90 participants from 20 different countries. The focus was on Jewish preservation projects, challenges, and strategic thinking, and also on how to unite « experts » in these fields with Jewish descendants groups who which to pursue, or who have, on-going preservation projects but lack the know-how, contacts, and funding to proceed and/or fulfill their goals. […] I am a « hybrid » – a « cross-over » – individual: a passionate genealogist AND preservationist.. I am not an expert on Jewish heritage preservation but I am an advocate for its place in the world of Jewish genealogy. I also know firsthand the discouragement that can set in when an individual or a group feels overwhelmed by projects too large, too expensive, and too far away to even start, let alone manage and see to completion.

All of us in the Rohatyn Shtetl Research are intimately familiar with these feelings.

Our group – the Rohatyn Shtetl Research Group (“RSRG”) – has numerous on-going Jewish heritage projects in Rohatyn, as you know, including a Jewish headstone recovery project which has grown in size and complexity over the last few years. The practical issues and financial considerations faced by us are typical of other Jewish descendants groups who seek to memorialize their town’s pre-War Jewish population and perhaps contemplate someday acquiring surviving buildings of former Jewish significance.

I strongly believe that the RSRG Jewish headstone recovery project could not have been possible without the support of the local (non- Jewish) Ukrainian community of Rohatyn of today. This issue – the involvement and support of the present-day community in the recovery and maintenance of Jewish heritage – was a recurrent theme among the presenters at this year’s conference. […]”